Heute
habe ich gelernt, wie man über das Wasser geht. Es ist gar nicht so schwer! Und
wir haben mittlerweile bemerkt, dass sich wirklich viele der Vorurteile über
Franzosen bestätigen lassen: So sieht man jeden Tag irgendwo ganz viele
Menschen Pétanque spielen, nicht nur die älteren, sondern auch junge Leute
spielen mit. Baguette, Wein und Käse steht hier immer auf dem Tisch. Die Südfranzosen
nehmen wirklich alles ziemlich locker, das Wetter hier ist sonnig warm und wir
haben auch schon einige Franzosen, die typisch französisch aussehen.
Gestern
haben wir erstmal die Wohnung auf Hochglanz gebracht. Wir haben einen Putzplan
mit unseren colocs (Mitbewohnern) erstellt und somit war ich gestern für das
Wohnzimmer und das Fernsehzimmer zuständig. Es hat ein paar Stunden gedauert,
bis die dicke Staubschichten abgetragen waren. Das Putzen wurde zuvor
anscheinend nicht allzu ernst genommen. Umso mehr hatte ich ein
Erfolgserlebnis, als man aus dem Fenster schauen konnte und die Welt draußen
ganz klar und nicht verschwommen sehen konnte. Es hat sich also gelohnt!
Am
Abend hatten wir dann das erste Mal groupe de jeunes. Es war super schön die
ganzen Jugendlichen kennenzulernen. Ich habe gestern mein erstes Spiel auf
Französisch erklärt, was gar nicht so einfach war, aber ich wurde verstanden.
Die Gruppe macht auf mich einen sehr netten Eindruck und wir haben ein paar
Jugendliche von dem Camp in den Cévennes wiedergetroffen. Es verspricht eine
ganz tolle Zeit mit der Groupe de jeunes zu werden, auf die ich mich schon sehr
freue!
| Phare de la Méditerranée |
Heute
Nachmittag sind Ute und ich nach Palavas-les-Flots gefahren. Dort haben wir
einen alten Wasserturm besichtigt, von dem aus man einen unglaublichen Ausblick
über die ziemlich touristische Hafenstadt, sowie das Meer und die Etangs hat,
die den Ort umschließen. Am Horizont kann man sogar die Berge der Cevennen
erkennen. Auf dem Rückweg gab es einen kleinen Zwischenfall an der
Bushaltestelle, als Ute von einer Französin beschimpft und mit Schlägen bedroht
wurde. Die Situation haben wir aber schnell in den Griff bekommen und eigentlich
war es einfach nur lustig, weil wir keine Ahnung haben, wieso die Frau so
wütend auf uns war.
Morgen
findet der „culte de rentrée“ statt. Das ist ein großer Gottesdienst, mit dem
das Ende der Sommerpause gefeiert wird. Das heißt, dass ab morgen in der
Gemeinde alle Aktivitäten wieder anfangen. So werden auch Ute und ich jetzt
richtig anfangen zu arbeiten, worauf wir uns schon sehr freuen. Aber davon
werde ich euch nach Sonntag mehr erzählen.
| Hafen von Palavas-Les-Flots |
| Aussicht vom Wasserturm über Palavas |
| Aussicht vom Wasserturm über Palavas |
| Strand von Palavas |
... der Berg da hinten im Hintergrund (Pic Saint Loup) ist eins meiner großen Ziele in dem Jahr hier. Den sehe ich auch von Montpellier aus immer, wenn ich im Parc Peyrou sitze.
Jetzt sind Ute und ich schon seit mehr als zwei Wochen hier. Einerseits fühlt sich das schon echt lange an, weil wir hier schon so viel erlebt und uns eingelebt haben. Andererseits sind es nur gute zwei Wochen, die wir hier sind und das ist echt nicht viel. Die Zeit rennt nur so davon.

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