Samstag, 21. September 2013

Ich bin verliebt...!

...in mein neues Leben!

Hallo ihr Lieben,

jetzt melde ich mich auch mal wieder. Es ist soooooo viel passiert in den letzten Tagen! Aber alles der Reihe nach. Am Dienstag waren wir das erste Mal beim Radio, welches der Kirche gehört. Dort werden Ute und ich bald auch mitarbeiten. Wir haben uns an dem Tag aber erstmal alles zeigen lassen und haben bei einem Interview mit einer Pfarrerin aus Montpellier, die Deutsche ist und mit der wir auch sehr viel zusammenn arbeiten, zugeschaut und zugehört. Aber bis wir beide wirklich selber solche Interviews im Radio führen können wird es noch etwas dauern, denn wir müssen noch ein wenig viel an unseren Französisch-Kenntnissen pfeilen. Bis dahin werden wir quasi "Praktikanten" sein und uns alles anschauen, damit wir, wenn es dann so weit ist, auch wissen, wie alles funktioniert. 
Nach dem Termin beim Radio hatten wir ein bisschen Pause bis wir nachmittags ein Rendez-vous mit dem Koordinator der Organisation "Alisée" hatten. Ute und ich haben uns nämlich überlegt, dass wir auch noch gerne Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung für Kinder aus sozial schwächeren Schichten machen wollen, da wir in unserem bisherigen Arbeitsplan noch genügend Platz und Zeit haben. Damit haben wir Donnerstag auch schon direkt angefangen. Hierzu aber später mehr.

Der Mittwoch könnte mit dem arbeitsfreien Montag mein Lieblingstag in der Woche werden. Diesen Mittwoch haben wir uns zunächst mit der deutschen Pfarrerin Christine, die allerdings schon seit (lass mich nicht lügen, ich glaube) 14 Jahren in Frankreich lebt, zum Kaffee getroffen. Ich möchte zunächst einmal einige Vorurteile aus dem Weg räumen: Christine ist erst 38 Jahre jung, macht sehr viel Sport und sieht überhaupt auch gar nicht aus wie eine Pfarrerin, zumindest eben nicht so, wie die meisten sich in Deutschland eine Pfarrerin vorstellen würden. Aber das trifft eh auf die wenigsten hier in Frankreich zu. Wir haben uns ziemlich lange über unsere Jugendgruppen und die Konfigruppen unterhalten, bei denen wir zusammen arbeiten und haben ganz viele tolle Ideen für das Jahr gesammelt. Es war aber auch richtig schön mal die Zeit zu haben sich mit ihr in Ruhe über Privates unterhalten zu können. 
Anschließend sind wir zusammen zum ersten Treffen des KT gegangen. Ich muss sagen, dass mir die Gruppe richtig gut gefällt! Alle sind super nett, motiviert und engagiert gewesen. Es scheinen auch wirklich alle freiwillig und gerne dort zu sein, denn die Stimmung ist um vieles besser als in meiner ehemaligen Konfigruppe in Deutschland - gar nicht zu vergleichen. Die Kinder sind im Alter von elf bis 15 Jahren, denn hier in Frankreich dauert der Konfiunterricht anders als in Deutschland ganze vier Jahre. Ute und ich haben wieder Spiele mit der Gruppe machen dürfen und uns wurde sogar ein Teil der Gruppe anvertraut, mit dem wir ganz alleine einen Bibeltext bespochen und Diskussionen geführt haben, wobei ich wirklich überrascht war, wie sehr die Kinder bei der Sache waren und wie tolle Gedankengänge und Ideen sie hatten. Also der Mittwoch war bisher wirklich einer der besten Tage. Ich hatte so viel Spaß bei der Arbeit und kann es kaum erwarten endlich wieder Mittwoch zu haben.

Donnerstag. Der Donnerstag war ein ziemlich langer Tag und reich an verschiedenen Terminen. Zuerst waren wir wie immer bei der Culte-pause und haben uns diesmal auch mit in den Gottesdienst gesetzt. Das muss man sich jetzt aber ganz anders als einen normalen Gottesdienst vorstellen. Erstens: es ist Donnerstag und nicht Sonntags und die Messe fängt um 12:30 Uhr an und geht eine Stunde lang. Zweitens: der Gottesdienst ist nicht in der Kirche selbst, sondern je nach Wetterlage draußen im Hof der Kirche oder in einem kleinen Hinterraum, der an die Kirche angeschlossen ist. Drittens: wir waren zu zwölft im Gottesdienst. Aber es ist wirklich etwas ganz Besonderes gewesen. Es wurde nämlich sehr viel gesungen und statt einer Predigt oder ähnlichem hat der Pfarrer Luc-Olivier eine Textstelle aus der Bibel vorgelesen und anschließend haben alle darüber fast eine Stunde lang diskutiert. Das war wirklich spannend zu hören, wie die Menschen über den Bibelauszug gedacht haben. Und mich hat auch überrascht, wie enthusiastisch der Pfarrer dabei war. So etwas kenne ich überhaupt nicht aus der Kirche in Deutschland...
Kurze Zeit später ging es dann los zum "soutien scolaire" (Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung). Ute und ich haben zunächst jeweils ein Mädchen im Grundschulalter zugeteilt bekommen, das wir unterstützen sollten. Es war gar nicht so schwer die Kinder zu verstehen, ihnen aber dann die Hausaufgaben und Übungen zu erklären war gar nicht so leicht. Dennoch hat es sehr gut geklappt und mit der Zeit wird es ja auch immer einfacher werden.
Direkt im Anschluss hatten wir Donnerstag auch das erste Mal Groupe étudiant, also eine Studentengruppe, die alle 14 Tage statt findet und bei der wir als Animateure mitarbeiten. Leider war diese Woche außer Ute, mir und der Leiterin nur noch eine weitere Studentin da. Aber Ute und ich haben jetzt ein paar Studenten, die wir kennengelernt haben, angequatscht und ich bin sicher, dass nächstes Mal mehr Leute dabei sein werden. 

Gestern Abend war ich hier das erste Mal beim Handballtraining. Die Mädels waren auch alle sehr nett und es hat unglaublich gut getan mal wieder Handball zu spielen. Das Schöne am Sport ist, dass man nicht jedes Wort verstehen muss und trotzdem super mitmachen kann. Jetzt weiß ich auch endlich, wie meine Position auf Französisch heißt. Ich werde mir wahrscheinlich aber noch eine weitere Handballmannschaft anschauen, bevor ich mich entscheide, wo ich spielen möchte.

Heute war das Wetter wieder besser als die letzten Tage. Nicht, dass das Wetter irgendwie schlecht gewesen wäre. Es war halt nur nicht mehr ganz so warm (ich rede von 23-24°C) und relativ windig. Heute hatten wir allerdings wieder 30°C und beinahe gar keinen Wind. Das perfekte Wetter also, um an den Strand zu gehen!



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