Montag, 2. September 2013

Start ins neue Leben



Nach einem sehr entspannten und doch spannenden Wochenende lassen Ute und ich unseren Abend gemütlich im Wohnzimmer ausklingen, denn unsere beiden Mitbewohner sind wie die meiste Zeit mal wieder nicht zu Hause und wir haben die Wohnung ganz für uns allein.

Ute et moi beim "parking"
Samstag Nachmittag ging es los in die Cévennes (ein Gebirge im Département Gard), wo wir ein kleines Zeltlager gemacht haben. Wir waren dort mit einer Jugendgruppe bei der „assemblée du désert“ (also der „Wüstenversammlung“). Das ist eine wichtige Versammlung der Protestanten hier in Frankreich, die jedes Jahr am ersten Sonntag im September stattfindet und mit einem riesigen Gottesdienst unter freiem Himmel gefeiert wird. Sie wird veranstaltet im Gedenken an die Verfolgung der Protestanten ums 17. Jahrhundert herum.
Ute und ich hatten vorher die Aufgabe uns ums „parking“ zu kümmern, also den Autos ihre Parkplätze anzuweisen, was sich als sehr witzig ergeben hat, weil wir mit unserem gebrochenen Französisch ein paar verärgerte Franzosen vom Parken auf den Behindertenparkplätzen abhalten mussten. Zusammen mit den Jugendlichen haben wir auch noch Kaffee an die Besucher verkauft, wobei Ute und ich uns gut mit den anderen unterhalten und mehr über sie erfahren konnten. Noch fällt es uns recht schwer Französisch zu sprechen und zu verstehen, gerade wenn die Jugendlichen alle durcheinander und in einem rasanten Tempo quatschen und verschiedene andere Personen gleichzeitig etwas von einem wissen wollen. Das ist ziemlich anstrengend. Aber alle sind sehr nett zu uns und versuchen uns bestmöglich mit einzubeziehen.
Die Landschaft in den Cévennes ist wundervoll! Ich durfte dieses Wochenende sogar das erste Mal selber Auto fahren, weil ich ein paar Jugendliche mitnehmen musste. Das hat richtig viel Spaß gemacht.

Dorf in den Cévennes

Am Freitag wurden Ute und ich von unserem Mitbewohner Noé mit zu „Les estivales“ genommen. Das ist ein Fest, das jeden Freitag im Sommer in Montpellier stattfindet. Dort kommen viele Bands und Straßenkünstler und –musiker hin. Außerdem werden französische und internationale Spezialitäten (sowohl Kulinarisches als auch z.B. Seife und Schmuck) auf einem Nachtmarkt angeboten.

Bisher haben meine Mitfreiwillige und ich noch nicht allzu viel zu tun, da gerade noch Sommerferien sind, in denen hier nicht viel läuft. Diese neigen sich aber auch langsam dem Ende zu. Am Dienstag beginnt die Schule wieder und somit auch sämtliche Aktivitäten in der Gemeinde. Heute Abend haben wir unseren vorläufigen Arbeitsplan erhalten, der so einige Überraschungen und Highlights mit sich bringt: Wir werden montags wie angekündigt unseren freien Tag haben und einige Jugendcamps machen, unter anderem eine Skifreizeit, ein Camp in Sète und eine Jugendfreizeit auf Korsika. Dienstag wird es dann bei uns auch langsam losgehen mit unserer ersten Besprechung des Konfiunterrichts. Aber was uns genau auf der Arbeit so erwartet, werden wir erst noch abwarten müssen.
Bis dahin werden Ute und ich aber die Zeit nutzen, um noch mehr von unserem neuen Lebensraum zu entdecken und die Stadt noch weiter zu erkundigen. Auf unsere Tramkarte warten wir allerdings noch, deshalb werden wir es vielleicht mal per Anhalter versuchen.

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