Nach
einem sehr entspannten und doch spannenden Wochenende lassen Ute und ich unseren Abend gemütlich im
Wohnzimmer ausklingen, denn unsere beiden Mitbewohner sind wie die meiste Zeit
mal wieder nicht zu Hause und wir haben die Wohnung ganz für uns allein.
| Ute et moi beim "parking" |
Samstag Nachmittag ging es los in die Cévennes
(ein Gebirge im Département Gard), wo wir ein kleines Zeltlager gemacht haben.
Wir waren dort mit einer Jugendgruppe bei der „assemblée du désert“ (also der „Wüstenversammlung“).
Das ist eine wichtige Versammlung der Protestanten hier in Frankreich, die
jedes Jahr am ersten Sonntag im September stattfindet und mit einem riesigen Gottesdienst unter freiem
Himmel gefeiert wird. Sie wird veranstaltet im Gedenken an die Verfolgung der
Protestanten ums 17. Jahrhundert herum.
Ute und ich hatten vorher die Aufgabe uns ums „parking“
zu kümmern, also den Autos ihre Parkplätze anzuweisen, was sich als sehr witzig
ergeben hat, weil wir mit unserem gebrochenen Französisch ein paar verärgerte
Franzosen vom Parken auf den Behindertenparkplätzen abhalten mussten. Zusammen
mit den Jugendlichen haben wir auch noch Kaffee an die Besucher verkauft, wobei
Ute und ich uns gut mit den anderen unterhalten und mehr über sie erfahren
konnten. Noch fällt es uns recht schwer Französisch zu sprechen und zu
verstehen, gerade wenn die Jugendlichen alle durcheinander und in einem
rasanten Tempo quatschen und verschiedene andere Personen gleichzeitig etwas
von einem wissen wollen. Das ist ziemlich anstrengend. Aber alle sind sehr nett zu uns und versuchen uns
bestmöglich mit einzubeziehen.
Die Landschaft
in den Cévennes ist wundervoll! Ich durfte dieses Wochenende sogar das erste
Mal selber Auto fahren, weil ich ein paar Jugendliche mitnehmen musste. Das hat
richtig viel Spaß gemacht.
| Dorf in den Cévennes |
Am Freitag wurden Ute und ich von unserem Mitbewohner Noé mit zu „Les estivales“ genommen. Das ist ein Fest, das jeden Freitag im Sommer in Montpellier stattfindet. Dort kommen viele Bands und Straßenkünstler und –musiker hin. Außerdem werden französische und internationale Spezialitäten (sowohl Kulinarisches als auch z.B. Seife und Schmuck) auf einem Nachtmarkt angeboten.
Bisher
haben meine Mitfreiwillige und ich noch nicht allzu viel zu tun, da gerade noch
Sommerferien sind, in denen hier nicht viel läuft. Diese neigen sich aber auch
langsam dem Ende zu. Am Dienstag beginnt die Schule wieder und somit auch
sämtliche Aktivitäten in der Gemeinde. Heute Abend haben wir unseren
vorläufigen Arbeitsplan erhalten, der so einige Überraschungen und Highlights
mit sich bringt: Wir werden montags wie angekündigt unseren freien Tag haben
und einige Jugendcamps machen, unter anderem eine Skifreizeit, ein Camp in Sète
und eine Jugendfreizeit auf Korsika. Dienstag wird es dann bei uns auch langsam
losgehen mit unserer ersten Besprechung des Konfiunterrichts. Aber was uns genau auf der Arbeit so erwartet, werden wir erst noch abwarten müssen.
Bis
dahin werden Ute und ich aber die Zeit nutzen, um noch mehr von unserem neuen
Lebensraum zu entdecken und die Stadt noch weiter zu erkundigen. Auf unsere
Tramkarte warten wir allerdings noch, deshalb werden wir es vielleicht mal per
Anhalter versuchen.
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