Montag, 2. September 2013

Jour de congé

Unseren ersten offiziellen "jour de congé" sind wir heute ganz entspannt angegangen. Montags ist nämlich immer unser freier Tag. Erstmal stand ein Großeinkauf auf dem Programm, da wir nur für die ersten zwei Tage eingekauft hatten und unser Kühlschrank heute Morgen vor Leere gähnte. 

Das erste Mal schwimmen im Meer!
Nachmittags hatten wir uns dann entschlossen zum ca. 11 Kilometer weit entferneten Strand zu fahren. Da wir, wie bereits erwähnt, noch keine Tramkarte besitzen, wollten wir uns das Geld sparen und haben uns am Trampen versucht. Das hat allerdings nicht so ganz funktioniert, was vielleicht daran lag, dass Ute und ich in der Innenstadt losfahren wollten und es schon 17Uhr waren. Die meisten Leute wollten also einfach nur noch nach Hause und nicht irgendwelche fremden Mädchen, die schon von weitem als deutsche Touristen erkannt wurden, zum Strand fahren wollten. Ja, wir werden nämlich schon von den meisten Leuten als Deutsche erkannt, bevor wir auch nur ein Wort gesagt haben. Das ist ganz schön deprimierend, wenn das immer jeder direkt weiß. Umso glücklicher waren wir, als uns heute eine Frau an der Tramstation fragte, ob die Schule wieder begonnen habe. 
Strand von Palavas
Wie dem auch sei. Da unser Versuch zu trampen leider missglückt ist, sind wir letztendlich doch mit der Tram gefahren. Es hat sich aber gelohnt! Denn der Strand war um die Uhrzeit schon sehr leer und es war wunderschön sich den Sonnenuntergang anzuschauen. Am Strand hat uns irgendwann ein asiatischer Tourist angesprochen und fragte uns ganz ernst, wo man sich denn hier am Strand umziehen könne. Das Ganze war leider sehr schwer zu verstehen, weil er einen Mischmasch aus Französisch, Englisch und seiner Muttersprache sprach und wir raten mussten, was er von uns wollte. Als wir ihm versuchten klar zu machen, dass es hier keine Umkleiden gibt, schaute er uns ziemlich hilflos an und fragte uns, wie er sich denn dann umziehen solle. Der Vorschlag mit dem Handtuch schien ihn sehr zu befremden. Das war einfach zu lustig!

Ute und ich sind uns leider nicht so sicher, an welchem Strand wir jetzt eigentlich waren, denn wir sind einfach mal so mit der Tram und dem Bus drauf losgefahren und haben uns durchgefragt, bis wir angekommen waren. Elda, unsere Mitbewohnerin, fand das Ganze recht amüsant. Aber ich glaube es war Palavas...

Gerade eben hat mich auch die glückliche Nachricht erreicht, dass wir jetzt doch eine Wohnbescheinigung erhalten. Ohne die wäre es uns nämlich unmöglich ein Konto hier in Frankreich zu eröffnen, wodurch es um einiges komplizierter wäre, unser Taschengeld für unser Essen zu bekommen. Morgen werden Ute und ich also unseren zweiten Versuch bei der Bank starten, um ein Konto einzurichten. Drückt uns die Daumen!


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