Montag, 16. September 2013

Culte de rentrée

Gestern war also der besagte Gottesdienst, mit dem die Gemeindearbeit jetzt wieder beginnt und die Sommerpause offziell beendet ist. Morgens um kurz vor 10°° Uhr haben Ute und ich uns auf den Weg zur Kirche gemacht. Laut unserer Mitbewohnerin ist das der am besten besuchte Gottesdienst nach Ostern. Das war merkwürdig, denn die Kirche war nichtmal komplett gefüllt. Aber wenn man bedenkt, dass es hier auch ganz normal ist, dass man in einem normalen sonntäglichen Gottesdienst mit nur zehn Leuten in der Kirche sitzt, ist es wiederum nicht sehr verwunderlich. Schließlich sind auch nur rund drei Prozent der Franzosen evangelisch!

Wir zwei wurden der Gemeinde vorgestellt und haben uns während der Messe um die kleinen Kinder gekümmert, für die das Ganze zu langweilig wäre. Es war gar nicht so einfach die Kinder zu bespaßen. Wir hatten anfangs nur zwei vier- bis fünfjährige Jungen, die sich schon kannten und ziemlich wild gespielt haben und einen weiteren kleinen Jungen, der niemanden kannte und unglaublich schüchtern war. Er wollte nicht mit den anderen oder mit uns spielen, aber er wollte auch nicht sagen, was er sonst machen wollte. Es war ziemlich schwierig die drei unter einen Hut zu bekommen. 

Nach der Kirche gab es ein großes Mittagessen mit der ganzen Gemeinde in "La Gerbe". Dazu wurden selbst gemachte Speisen mitgebracht, wodurch ein riesiges Buffet entstand. Das sah alles so lecker aus! Ich hätte am liebsten alles probiert, aber dann wäre ich wahrscheinlich geplatzt. Auf jeden Fall hat alles sehr gut geschmeckt, was ich gegessen habe. Dort haben Ute und ich auch ganz viele Erasmus-Studenten getroffen. Einige kamen aus Deutschland, andere aus England und den Niederlanden. Alle waren super nett und ich hoffe, dass wir uns mal wiedersehen werden, woran ich keinerlei Zweifel habe. Denn so groß ist Montpellier gar nicht. Immer wieder trifft man auf der Straße irgendwelche Leute, die man schon mal irgendwo gesehen hat oder die man kennt.

Nachmittags wurde dann von den vier Pfarrern ein Spiel mit der ganzen Gemeinde gespielt. Es gab verschiedene Stationen, an denen die Gemeinde spielerisch ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln sollte. Während Ute für den musikalischen Stand eingeteilt war, wo sie mit den Leuten neue Strophen für ein Kirchenlied texten sollte, war ich für den aktiven Stand eingeteilt. Zusammen mit der Pfarrerin Titia habe ich mich um den Stand gekümmert, wo die Leute mit verbundenen Augen bzw. mit zusammen gebundenen Beinen einen Parcour laufen oder sich auf Stelzen trauen mussten. Das hat mir richtig viel Spaß gemacht die Kinder und Erwachsenen dabei zu unterstützen. Gegen 17°° Uhr war unser Arbeitstag dann zu Ende. Es war ein wirklich toller Tag und ich habe sehr viel Spaß bei der Arbeit gehabt.

Place de la Canourgue
Heute hatten wir wie jeden Montag unseren freien Tag. Eigentlich hatten wir vor an den Strand zu fahren, aber das Wetter hat uns leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es war heute relativ kühl und hat einmal kurz geregnet. Wir haben uns also spontan dazu entschieden noch ein wenig durch die Altstadt zu laufen und die Gassen und verborgenen kleinen Plätze zu entdecken, die wir bisher noch nicht gesehen hatten. Als wir an der Place de la Canourgue gesessen haben, habe ich mich wie in einem französischen Film gefühlt.



Ausblick von der Place de la Canourgue
 
Medizinische Fakultät

Streetart, die mich überzeugt hat


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