Freitag, 20. Dezember 2013

Der Ausflug zum Ende der Welt

Hallo ihr da draußen in der Welt!




Chorauftritt


Die letzten zwei Wochen waren bei mir sehr ereignisreich und vollgepackt mit Weihnachtsvorbereitungen. Letzte Woche habe ich nämlich nicht nur die Fête de Noel in unserer Kirche mitvorbereitet, sondern auch die von der Fac, also von der Theologischen Fakultät. Dafür habe ich mit Ute, Lauriane und Helena das Essen für diese Feier vorbereitet. Es war eine französische Spezialität aus Kürbis, Marronen und Schweinefleisch mit Käse überbacken. Mir hat es ziemlich gut geschmeckt, aber es war auch viel Arbeit für über 100 Menschen zu kochen. Eine zweite Kochgruppe hat gleich mal die Gelegenheit genutzt hier die deutschen "Knödel" einzuführen, die den Franzosen insgesamt auch sehr gut geschmeckt haben. Hinzu kamen viele lustige Chorproben und Donnerstag war es dann endlich so weit und die Weihnachtsfeier der Fac stand vor der Tür. Alles begann - selbstverständlich - mit einem Gottesdienst, in dem ich mit dem Chor ein paar Lieder singen durfte. Das war leicht chaotisch, weil irgendwie niemand wirklich wusste, welche Strophen der Lieder gesungen werden sollten und so haben alle unterschiedliche gesungen. Heraus kam ein buntes Mischmasch aus allen Strophen. Weil uns das Gottesdienstkomitee gebeten hatte, keine Weihnachtslieder zu singen, da es noch nicht Weihnachten ist, haben wir spontan das Lied "Joy to the world the lord IS come" zu "Joy to the world the lord WILL come" umgetextet. Nach dem Gottesdienst fing die Feier dann erst richtig an. Wir haben gegessen, es gab ein Abendprogramm mit Witzen, Musik, Zauberkunststücken. Luther und Calvin waren eingeladen und wir haben nocheinmal mit dem Chor ein paar Lieder gesungen. Und am Ende haben wir einfach nur noch getanzt. Es war ein wirklich toller Abend!

Unausgeschlafen und ziemlich müde gingen für mich am Freitagmorgen aber schon die Vorbereitungen für den großen Culte de Noel (Weihnachtsgottesdienst) weiter. Ich war zum Basteln für unser kleines Theaterstück mit der école biblique verabredet. 

Am Samstag war aber erstmal ein Tag Pause von den ganzen Vorbereitungen und so machten Iris, Markus, Ute und ich einen Ausflug nach St. Guilhem-le-désert. Das ist ein winziges Dörfchen am Rande der Cevennen, von wo aus wir eine ca. 10 km lange Wanderung über mehr als 700 Höhenmeter machten. Bei dem wunderschönen Wetter, das wir hatten (Sonne, blauer Himmel und 12°C) hatten wir eine super tolle Aussicht und es hat unglaublich viel Spaß gemacht!

die Straße vom Ende der Welt
St. Guilhem-le-désert

 Während unserer Wanderung...




Auftritt mit der école biblique
Der Sonntag war allerdings eher ein Montag. Es war der große Tag, der Tag des Culte de Noel. Diesen Tag verbrachten Ute und ich ab 11 Uhr und bis 19 Uhr in der Kirche. Da alle Kinder und Jugendlichen, die in der Kirche aktiv sind, etwas vortragen sollten und Ute und ich in all diesen Gruppen mitarbeiten, hatten wir alle Hand voll zu tun. Es begann mit meiner KT-Gruppe (Konfis), die eine Performance mit riesigen Buchstaben gemacht haben, mit denen sie Wörter schrieben. Danach war die Probe mit der groupe de jeunes, die den Text eines Liedes umgeschrieben haben und es als Chor vorsangen. Nach einer kurzen Mittagspause hatte ich die Probe mit der école biblique, mit der wir die Bibelstelle, in der Johannes der Täufer seinen Namen bekommt, pantomimisch nachgespielt haben. Hier habe ich die Rolle des Zacharias spielen dürfen. Und in jeder freien Minute, die ich nicht mit irgendwelchen Proben verbrachte, habe ich die ganzen kleinen Kinder aus den verschiedenen école biblique Gruppen beschäftigt und mit ihnen gebastelt. Besonders schön war es, dass ich alle Kinder vom Mini-camp, die in keiner meiner Gruppen sind, wiedergesehen habe. Nach einer großen Generalprobe ging es um 17 Uhr dann endlich los mit dem Gottesdienst und er war ein riesen Erfolg! Es hat super viel Spaß gemacht zuzuschauen und mitzumachen. Von den Gästen haben wir auch nur positive Rückmeldungen bekommen, die alle begeistert waren. Es macht mich schon ein bisschen stolz, dass wir so etwas Schönes auf die Beine gestellt haben. 


Aber auch nach diesem Gottesdienst ist für Ute und mich noch nicht Schluss mit Weihnachtsvorbereitungen. Gestern haben wir vor und nach der culte-pause mit Francoise einen riesigen Schrank mit Schubladen  aus Kartons für die veillée de Noel (Heiligabend) gebastelt. Abends haben wir auch noch ungefähr 250 bunte Sterne aus Pappe ausgeschnitten und darauf verschiedene Wörter geklebt. Auch dies ist für den Gottesdienst am Heiligabend gedacht. An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen lieben Mitbewohnern und Freunden bedanken, die Ute und mich bei der Bastelei tatkräftig unterstützt haben und gemacht haben, dass wir ganz viel Spaß dabei haben! Dankeschön! 

der Schrank

Soooo, heute Abend haben wir das letzte Mal groupe de jeunes vor den Ferien. Wir werden nach einem gemeinsamen Essen zu einem Gospelkonzert in unserer Kirche gehen. Und dann fangen für Ute und mich die Ferien an. Am 23. Dezember werden wir nach Grenoble fahren, um dort mit Johanna und Christoph, zwei Freiwilligen der EkiR, zusammen Weihnachten zu feiern. Denn ich muss die Gelegeneheit ja nutzen, dass ich dieses Fest einmal in Frankreich feiern kann! Anders als unsere Mitbewohner und alle unsere Freunde fahren wir eben nicht nach Hause. 

Ich wünsche euch allen fröhliche Weihnachten und ein gemütliches und gesegnetes Fest!
Habt eine schöne Zeit,
eure Lea



Montag, 9. Dezember 2013

Breaking World Series

Bonjour mes amis!


besagte Kreise in den Pausen mit den tanzenden Zuschauern
Am Samstag waren Ute und ich bei den "Breaking World Series". Das ist ein internationaler Breakdance Wettkampf, zu dem acht Crews aus Korea, Japan, Russland, Brasilien, Frankreich, Holland, Spanien und den USA gekommen sind. Man kann sich das genauso wie in den Tanzfilmen "Step Up" vorstellen, obwohl ich vorher immer dachte, dass das alles nur für die Filme ausgedacht wäre, aber nein, der Ablauf ist wirklich genauso. Während der letzten Woche hat jede Crew ein 6-8 Minuten langes Video in Montpellier aufnehmen müssen. In den Vorrunden haben wir uns dann jeweils alle Videos auf einer großen Leinwand angesehen und es sind immer zwei Teams in sogenannten "Battles" gegeneinander angetreten. Meiner Meinung nach kann man Breakdance fast mit Zirkus vergleichen, denn es sind echte Kunststücke, die die Tänzer dort gezeigt haben. Nach den Vorrunden kam das Halbfinale und letztendlich das Finale, in dem Russland gegen Korea das Battle gewann, obwohl ich eigentlich fand, dass die Koreaner stärker waren. Wisst ihr, als ich ihre ersten Moves gesehen habe, dachte ich schon: "Wow, wie wollen die das denn bis zum Finale hin noch steigern? Das ist unmöglich!" Aber es war möglich und es war unglaublich! Und auch die ganze Atmosphäre in der riesigen Konzerthalle "Zénith Sud" war spitze. Vor den Battles, in allen Pausen und danach versammelten sich immer riesige Menschenmengen in Kreisen vor der Bühne, in deren Mitte Zuschauer, von denen die meisten selbst auch Breakdance tanzen, etwas zum Besten gaben. So hatten wir wirklich ununterbrochen etwas zu gucken und selbst die Amateure waren richtig gut. In der Pause vor dem Finale forderten die beiden Moderatoren das gesamte Publikum auf aufzustehen und zu tanzen. Und es haben tatsächlich alle getanzt! Das war richtig lustig und ein wunderschöner Abend.


Leider sind alle Fotos etwas unscharf (flou). Die Tänzer waren einfach zu schnell!
Der Samstag hatte für mich eigentlich nicht ganz so toll angefangen. Meine Schwester Anna ist an dem Tag nämlich 18 geworden und hat mit der kompletten Familie gefeiert. Ich hatte morgens mit ihr telefoniert und war danach ein wenig traurig, weil ich nicht dabei sein konnte. Als mich dann aber nachmittags eine Freundin zum Joggen abholte und wir eine Stunde lang durch die kühle, klare Luft gelaufen waren, die wärmenden Sonnenstrahlen im Gesicht genossen und uns gut unterhalten hatten, ging es mir wieder besser. Am Abend war dann alles schon wieder vergessen und ich konnte in vollen Zügen das Spektakel genießen.


Gestern war ich wieder bei der école biblique und habe mit meinen fünf Kindern unser kleines Theatersück für den Weihnachtsgottesdienst eingeübt. Vorraussichtlich werde ich sogar mitspielen und darf in die Rolle von Zacharias schlüpfen. 

Beim Eishockeytraining war es diesmal etwas verwirrend. Wir trainieren jetzt übrigens nicht mehr in zwei getrennten Gruppen. Zu Anfang war es nämlich so, dass die Mannschaft in zwei Gruppen entsprechend ihres Leistungsstandes eingeteilt wurde. So war ich immer bei den "débutants débutants", also bei den absoluten Anfängern. Mittlerweile trainieren wir aber alle zusammen. Das ist gar nicht so einfach. Gestern mussten wir unendlich viele Kreise fahren, um das Übersetzen zu üben. Erst vorwärts linksherum und rechtsherum, dann das Ganze rückwärts und im letzten Durchgang mussten wir immer die eine Hälfte des Kreises vorwärts fahren und uns dann umdrehen und rückwärts weiterfahren. Dies mussten wir sogar mit einem Puck machen, was die ganze Sache deutlich erschwerte. Das merkte man daran, dass die Geschwindigkeit, mit der die Übungen durchgeführt wurden, die zu Beginn noch sehr hoch war, deutlich abnahm und man nur mühselig vorankam. Anschließend haben wir eine Übung gemacht, die ich leider nicht im geringsten verstanden habe. :D Aber wir immer hat es total viel Spaß gemacht.

Heute Morgen habe ich meinen allerersten Scheck eingelöst! Weil ich nicht wusste wie das geht, habe ich bestimmt eine halbe Stunde lang gewartet, um das am Schalter zu klären. Dort sagte mir der freundliche Mann allerdings, dass ich den Scheck nur an einem Automaten einlösen kann. Uuuaaaah!  Na toll. Jetzt hatte ich so lange gewartet und dann das. Am Automaten war es aber ganz schön kompliziert und ich war richtig glücklich und erleichtert, als es endlich funktioniert hat. Jetzt bin ich ganz stolz und weiß, wie man Schecks bei der Bank einlösen kann. 

Comme mes chers amis francais m'ont demandés d'écrire un peu en francais dans mon blog, je vais vite résumer dont j'ai parlé. Alors, le plus important c'est que j'étais aux "Breaking World Series" samedi dernier. C'était une soirée formidable et les tours d'adresse des danseurs étaient vachement impressionants. Un peu comme dans le cirque, à mon avis. Après que mon jour n'avait pas commencé si bien (j'étais un peu triste parce que c'était l'anniversaire de ma soeur qui est devenue 18 ans et je ne pouvais pas être là et fêter avec elle), le jogging avec une copine et cette soirée merveilleuse ont vraiment fait du bien (merci Iris et Ute!).
L'entraînement du hockey sur glace était tellement rigolo et plus difficile que d'habitude. On a fait des exercices que je n'ai pas bien compris. Bref, je suis sûr que c'était seulement moi qui était rigolote.
Dimanche matin, à l'école biblique, on a préparé la saynète pour la grande fête de Noel dans laquelle je vais jouer le rôle de Zacharie. Vous allez voir! ;)
Ce matin, j'ai appris encore du nouveau. J'ai remis mon premier chèque à l'encaissement!!! Après que j'avais attendu une demi heure pour aller au comptoir, l'homme derrière le comptoir m'a dit qu'on doit le faire à l'automat. C'est gai! (On peut dire ca???) Voilà.


Mittwoch, 4. Dezember 2013

Weihnachtsvorbereitungen mal anders

Schreibblockade. Manchmal kommt das vor. Gerade habe ich nur Französisch im Kopf und mir fallen kaum Sätze oder gute Formulierungen ein. Jetzt starre ich den Bildschirm gefühlt schon eine halbe Ewigkeit an....

Aber eigentlich möchte ich euch gerne von meinem Wochenende erzählen. Das war nämlich nicht irgendein Wochenende, sondern das week-end KT - also ein Wochenende mit den Konfirmanden und der groupe de jeunes, das wir in den Cevennen in der ehemaligen Moulin d'Ayroles in der Nähe des Dorfes Saint Félix de Pallières gemeinsam verbrachten. Diese Zeit nutzten wir, um die große Fête de Noel, also den großen Weihnachtsgottesdienst, der allerdings hier schon am 15. Dezember stattfindet, vorzubereiten. Am Samstagnachmittag drehte es sich um das Thema Nicodème, wozu es viele Diskussionen und kleine Rollenspiele gab. Der Abend wurde mit einem match d'impro (Improtheater) gefüllt. Für alle, die nicht wissen, was das ist: Man spielt in kleinen Gruppen spontan vorgegebene Szenen vor einem Publikum vor. In unserem Fall hatten die Teams eine Minute Vorbereitungszeit und haben nicht nur eine Szene vorgegeben bekommen, sondern auch ein Wort, dass sie irgendwie während ihrer Vorführung erwähnen mussten und ein Adjektiv, das beschrieb, wie sie die Szene spielen mussten, z.B. flüsternd oder zitternd. So war für Spaß garantiert und es sind wirklich super lustige Situationen dabei herausgekommen. 

unser Wohnzimmer als Werkstatt
Am nächsten Tag ging es in die verschiedenen Ateliers, in denen Tanzchoreographien oder Sketche mit Clowns eingeübt, Lieder umkomponiert oder Materialien für die verschiedenen Aufführungen gebastelt wurden. Ich habe zusammen mit Magali und sieben Mädels eine Choreo mit Buchstaben, die auf große Pappen gemalt wurden, gemacht. Ute und ich haben als Animateure dieses Wochenende natürlich mit vorbereitet, weshalb wir einige Zeit mit dem Sammeln von alten Zeitungen und weggeworfenen Kartons, die am Straßenrand lagen, verbracht haben. Hinzu kam dann das Zuschneiden dieser Kartons und ein Großeinkauf für sämtliche Bastelmaterialien.  Alles, was hier vorbereitet wurde, wird in zwei Wochen im Gottesdienst aufgeführt. Ich bin schon richtig gespannt, wie das letztendlich wird! 

Leider hatten wir nicht die Zeit, um ein bisschen die Gegend in den Cevennen zu erkunden. Ziemlich schade, weil wir bestes Winterwetter hatten: nur Sonne, blauer Himmel und keine einzige Wolke zu sehen. Hinzu kam, dass es ziemlich warm in der Sonne war und wir sogar nur mit einem Puli rausgehen konnten. Die Landschaft in dem Gebirge ist einfach so wunderschön! Ute und ich haben uns jetzt vorgenommen bald mal einen Ausflug in die Berge zu machen und einfach nur einen gaaaanz lange Spaziergang zu machen. 

Insgesamt war es ein wunderschönes Wochenende und ich habe die Zeit genutzt, um die 49 Jugendlichen, mit denen wir ja immer im Konfirmandenunterricht und bei der groupe de jeunes arbeiten, ein bisschen besser kennenzulernen. 

Ute in der Weihnachtsbäckerei
Auch beim Chor wird im Moment ganz fließig geprobt. Ein paar Extrastunden werden eingefügt, wie zum Beispiel letzte Woche Donnerstag oder morgen und es kommen immer wieder neue Lieder dazu, die ebenfalls bei der Fête de Noel an der theologischen Fakultät am 12. Dezember aufgeführt werden. Das englische Lied "Joy to the world" bereitet dem Großteil der französischen Chormitglieder noch immer Kopfzerbrechen und Knoten in der Zunge.

Nachdem am ersten Dezember das erste Türchen meines Adventskalenders geöffnet (Ute und ich haben uns gegenseitig einen Kaldender gebastelt), unsere WG weihnachtlich dekoriert und erste Plätzchen mit Elda gebacken wurden, bin ich schon richtig in Weihnachtsstimmung. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an Mama für den tollen Weihnachtsbaum und den super lustigen Adventskalender! 


Heute waren Ute und ich mal wieder Schlittschuhlaufen und jetzt machen wir uns einen gemütlichen Colocabend. 

Eine herzliche Umarmung an meine Lieben. Viele Grüße,

eure Lea