Mittwoch, 12. Februar 2014

Auf in den tiefen Norden - auf zum Zwischenseminar!

Die Sonne scheint in mein Zimmer, der Himmel ist blau und ich höre die Musik von Lauriane nebenan. Es ist ein wunderschöner Tag. Mich beschäftigen im Moment allerdings eher die Reisevorbereitungen. Denn morgen geht es für mich auf große Reisen! Zuerst für zwei Tage nach Paris zu den anderen EKiR-Freiwilligen. Danach fliegen wir dann gemeinsam nach Tallinn, Estland, wo unser Zwischenseminar mit den anderen Europa-Freiwilligen der EKiR stattfindet. Und anschließend daran werde ich meine Freundin Jessica in Finnland besuchen. Da habe ich ganz schön was vor mir und seit gestern macht sich auch eine gewisse Spannung und Nervosität in mir breit. Ich freue mich einfach riesig auf diese Reise, all die lieben Mitfreiwilligen wiederzusehen und doch ist es sehr aufregend, weil ich noch nicht genau weiß, was mich in Estland und Finnland so erwartet. Also schon, ich weiß, dass ich dort wahrscheinlich erfrieren werde! In Tallinn werden mich noch ziemlich "milde" Temperaturen erwarten, während die Differenz zwischen den Temperaturen in Finnland und in Montpellier ganze 30°C betragen!!! Ja, und das muss gut vorbereitet werden.

Mütze, Schal, Thermoleggings, Handschuhe und Skijacke liegen schon bereit. Jetzt gilt es alles gut zu verstauen, denn da wir nur mit Handgepäck fliegen, wird es in meiner Tasche wahrscheinlich ziemlich eng werden. 

Auch bereite ich gerade noch mein Interview vor. Das ist nämlich eine ganz besonders tolle Sache! Hier in Montpellier arbeite ich mit Ute ja auch im protestantischen Radiosender mit und darf in nächster Zeit zwei eigene Radiosendungen machen! Das ist unglaublich cool!!! Die erste wird über den FFD bei der EKiR sein und dazu werden Ute und ich die anderen Freiwilligen, die in einem Projekt in Frankreich arbeiten, interviewen. Ich bin sehr gespannt, was wir daraus machen werden. :)

In zwei Wochen werdet ihr dann wieder von mir hören. 
Bis dahin, macht es alle gut, habt eine schöne Zeit und bis bald!

Liebe Grüße aus dem 15°C warmen Montpellier,
Lea

Montag, 3. Februar 2014

Waschmaschine, Austern und GEBURTSTAG !

Sonnenuntergang im Parc Peyrou an meinem Geburtstag


Das war ein super Wochenende! Das Wichtigste ist, dass wir jetzt endlich wieder eine Waschmaschine haben. Ja, die eine, die wir hatten, hat unser Ex-Mitbewohner bei seinem Auszug leider mitgenommen (naja, war ja auch seine)... Und nach zwei Wochen, in denen wir unsere Wäsche zu Haufen ansammelten bzw. Ute sie mit der Hand in der Badewanne gewaschen hat, können wir endlich wieder ganz entspannt eine Waschmaschine anstellen. Das Abholen war allerdings echt ein Abenteuer. Wir hatten uns ein Auto geliehen und ein Handy mit Navi dabei. Tja, leider war der Akku sofort leer und wir hatten keine richtige Straßenkarte mehr. Also ging es auf gut Glück drauf los und natürlicher haben wir statt einer halben Stunde eher 45 Minuten bis eine Stunde gebraucht! (Die blöden Einbahnstraßen hier in Südfrankreich machen es einem auch nicht gerade leichter...) Aber wir haben es geschafft und das ist das, was zählt. 

Am Samstag waren Ute und ich in Sète. Dort war nämlich eine Versammlung der Pfarrer und des Presbyteriums, während der Ute und ich ihre Kinder betreut haben. Wir waren am Strand und haben wunderschöne Schätze gefunden, haben uns von den Wellen durchnässen lassen und haben eine große Sandburg gebaut. Im Nachmittagsprogramm wurde dann eine Schatztruhe von den Kindern selber gebastelt. Die Kinder waren begeistert und haben richtig schön mitgemacht. Als Dankeschön haben wir ein paar Austern geschenkt bekommen, die wir mit unseren Mitbewohner am Abend zusammen gegessen haben. Ja, das war vielleicht ein Erlebnis! Es war cool, dass ich endlich mal die Möglichkeit hatte, Austern zu probieren, aber eine reicht mir auch für mein ganzes Leben. :D Schon allein das Öffnen der Muscheln ist eine echte Geduldsprobe, während das Essen eher eine Mutprobe ist. 

Ein Eishockeyspiel haben Ute und ich uns auch noch angeschaut. Montpellier gegen Reims. Na, und wer hat wohl gewonnen? Na ist doch ganz klar! Montpellier natürlich. :)

Und ein ganz besonderes Ereignis für mich war natürlich mein Geburtstag vor einer Woche. Es ist schon merkwürdig, diesen seltenen Tag ganz ohne Familie und alte Freunde zu feiern, aber es war wunderschön! Ich habe gemütlich einen Kuchen mit Ute gebacken, habe mir mit Elda und Markus den Sonnenuntergang im Parc Peyrou angeschaut und habe abends eine kleine Feier mit meinen Freunden aus Montpellier gemacht. Es war richtig schön und ich hatte sehr viel Spaß und ich bin froh, diesen Tag mit diesen wundervollen Menschen verbracht haben zu dürfen!


Mittwoch, 22. Januar 2014

Der Joghurtdieb

Am Sonntag war ich das erste Mal im neuen Jahr im Babel Café. Ich habe wieder bei der Ausgabe des Frühstücks geholfen, d.h. ich habe den Joghurt und das Obst verteilt. Dabei habe ich mich mit so vielen Menschen unterhalten. Außer einem Engländer, der jahrelang in Schwaben gewohnt hat, habe ich auch zwei Männer getroffen, die sogar auch ein wenig Deutsch mit mir gesprochen haben. Einer der beiden hatte nämlich mal vier Jahre lang Deutsch in der Schule.

Ein Mann aus Slovenien war Sonntag auch zum ersten Mal da. Er konnte nur Englisch sprechen und hatte sich deshalb nicht getraut einen Kaffee zu bestellen, weil die meisten französischen Mitarbeiter des Cafés nur Französisch sprechen. Total süß!

Ein anderer Mann hat mir sein ganzes Leben erzählt. Sein Vater kommt aus Spanien, seine Mama ist "pied-noir" (Algerienfranzösin). Er selbst ist Franzose, hat aber in Spanien öffentliches Recht studiert und spricht daher auch fließend Spanisch und gut Englisch. Es war richtig interessant, was er erzählt hat und ich habe mich gefragt, wieso jemand wie er auf der Straße lebt. Allerdings habe ich mich nicht getraut nachzufragen, weil ich keine Ahnung habe, wie die Obdachlosen darauf reagieren würden. Ist es für sie ganz normal, sowas zu erzählen, weil sie schon so lange obdachlos sind oder es vielleicht sogar freiwillig sind? Wären sie gekränkt? Ich denke, ich muss mich einfach meiner Neugierde hingeben und die Frage stellen.

Otto habe ich auch wieder getroffen. Diesen Mann nenne ich so, weil er eine unglaubliche Ähnlichkeit zu Otto Walkes aufweist. Er wollte abends mit mir ausgehen. Aber das kann man natürlich nicht ernst nehmen (ist auch besser so!), doch er hat es geschafft mich richtig zum Lachen zu bringen. Er hat mir dann auch noch eine Blume aus der Vase, die vor mir auf der Theke stand, geschenkt.

Jemand, der auch jede Woche zum Babel Café kommt, wollte mir seinen Schal schenken, weil er den zweimal hat. Ist ja lieb gemeint, aber er braucht ihn dringender als ich. Es war gar nicht so einfach aus der Sache raus zu kommen, aber ich glaube, ich habe es ganz elegant gelöst.

Und dann war da noch ein Mann, der immer den Joghurt von der Theke stibizt hat, wenn man gerade mal nicht geschaut hat. Ich glaube, dass er letztendlich um die 10 Stück hatte, statt der zwei, die jeder normalerweise bekommen hat. 

Anstrengend sind eigentlich nur die Roma, denn die sind meistens ziemlich unfreundlich und wollen am liebsten alles haben. Eine Frau, die mit ihren Kindern kommt, fragte mich Sonntag zum Beispiel nach einem Trinkjoghurt. Ich sagte ihr, dass ich leider keine mehr habe, aber als Antwort kam nur ein "Doch, gib mir so einen Joghurt!" Sie wollte es einfach nicht verstehen, dass ich keine mehr hatte. Und die Kinder sind meistens genauso dreist und füllen sich ihren Teller so voll, dass sie das gar nicht alles essen können. 

Obwohl es Hunde und Katzen geregnet hat am Sonntagmorgen, sind richtig viele Leute ins Babel Café gekommen. Mit 160 Personen war das der Rekord, denn normalerweise kommen so zwischen 100 und 120 Menschen vorbei.

Es war so ein wundervoller Vormittag im Babel Café und ich habe so viel gelacht! Die Arbeit dort macht mir immer besonders viel Spaß. Auch wenn ich morgens immer Schwierigkeiten habe um 7 Uhr aufzustehen - es lohnt sich jedes Mal! Letzten Sonntag hat eine andere ehrenamtliche Mitarbeiterin erzählt, dass sie sich immer sehr darüber freut, dass die Menschen, die ins Café kommen, sich bei ihr bedanken. "Ein Danke und ich habe die ganze Woche gute Laune." Aber ich finde, es ist nicht nur das Danke, es sind die vielen unterschiedlichen Menschen, die man dort kennenlernt, die Unterhaltungen mit ihnen und die Witze, die sie erzählen. Die bunte Mischung von Leuten ist unglaublich spannend!





Samstag, 4. Januar 2014

Ein Wintermärchen

Euch allen wünsche ich zunächst einmal ein frohes neues Jahr! Ich hoffe, ihr habt alle ein gemütliches und besinnliches Weihnachtsfest zu Hause mit euren Liebsten gefeiert und hattet einen guten Start ins Jahr 2014. Jetzt sind wir schon bei 14! Unglaublich, schon wieder ein neues Jahr und schon wieder muss ich mich unglaublich darauf konzentrieren nicht immer 13 hinter das Datum zu schreiben. Aber Gott sei Dank bin ich nicht mehr in der Schule und muss es nicht mehr hundert mal am Tag in mein Heft schreiben. 

Wie dem auch sei, anders als der Großteil von euch war ich über Weihnachten nämlich nicht zu Hause, sondern bin in Frankreich geblieben. Schon einige Tage vor Heiligabend haben sich alle meine Mitbewohner (Ute ausgeschlossen) auf den Weg nach Hause zu ihren Familien gemacht, denn keiner der Drei kommt ursprünglich aus Montpellier. Auch alle meine anderen Freunde, hauptsächlich deutsche Studenten, haben die Ferien für einen Besuch daheim in Deutschland genutzt. Somit blieben nur noch Ute und ich übrig. Aber anstatt nur zu zweit vor unserem unechten Kamin zu hocken und unseren mikrigen, aber mit Liebe und Hingabe geschmückten Weihnachtsbaum anzuschauen, haben wir uns lieber auf den Weg nach Grenoble gemacht. Dort wohnt Johanna, ebenfalls eine Freiwillige der EkiR, und die haben wir besucht. Auch Christoph (Freiwilliger der EkiR) aus Paris ist angereist. Johanna hat uns "ihre" Stadt gezeigt, wir haben Weihnachtsplätzchen backen, sind mit ihr Schlittschuhlaufen gegangen, sind zur Bastille hochgewandert... 

Grenoble - Der Fluss Isère
Grenoble mit den Alpen im Hintergrund
Plätzchenbacken an Heiligabend
Schlittschuhlaufen
Ausblick von der Bastille

An Heiligabend haben wir unsere Freundin mit in die Kirche zum Gottesdienst begleitet. Johanna arbeitet nämlich genau wie Ute und ich in der Eglise protestante unie de France, nur eben in Grenoble. Und somit hat sie größtenteils genau die gleichen Aufgaben wie ich. Bei dem culte (Gottesdienst) konnten wir Johanna ein wenig unter die Arme greifen und haben es genossen, den Weihnachtsgottesdienst in Frankreich miterleben zu dürfen. Nach einem leckeren Essen haben wir es uns dann gemütlich gemacht, Weihnachtslieder gesungen, die Weihnachtsgeschichte, so gut wir sie auswendig konnten, nacherzählt, mit Pfeifen Weihnachtslieder gespielt, was allerdings in einem Lachanfall endete und haben die Päckchen, die uns unsere lieben Familien, Verwandten und Freunde zugeschickt haben, ausgepackt. Es war ein wundervoller Abend. Ich bin sehr froh, dass ich nicht wie alle anderen nach Hause gefahren bin, sondern die Gelegenheit genutzt habe, Weihnachten in Frankreich zu verbringen. 

Am ersten Weihnachtsfeiertag waren wir von der Familie einer Kollegin von Johanna eingeladen und abends war im Studentenwohnheim, wo Johanna wohnt, eine kleine Weihnachtsfeier mit den paar Studenten, die über Weihnachten geblieben sind. Es gab ein sehr internationales Essen, ein wenig englisch, ein wenig indisch, mit ein bisschen deutsch und etwas arabisch. Aber orientiert wurde sich an dem französischen Ablauf eines Essens, das heißt, der Käse hat natürlich nicht gefehlt. Und gewichtelt wurde auch noch.  

Und da wir schonmal in den französischen Alpen waren, wollte ich natürlich auch unbedingt Schnee sehen! In Grenoble selbst hatten wir leider sehr deutsches Wetter und somit fuhren wir mit dem Bus etwas höher in die Berge, bis wir in Lans-en-Vercors ankamen. Da war die Landschaft von einer dicken Schneedecke überzogen. Es war wunderschön. 









Nach diesem schönen Urlaub in den Bergen haben uns Johanna und Christoph mit nach Montpellier begleitet, wo wir zusammen Silvester gefeiert haben. Daniel, ein Freund von Ute und mir, hat mit uns gefeiert und zwei Freunde mitgebracht. Auf das neue Jahr haben wir dann an einem Ort, der aus rechtlichen Gründen leider geheim gehalten werden muss (wir dürfen es einfach nicht ausplaudern, weil wir dann Ärger am Hals hätten, ich sag nur über den Dächern von Montpellier), mit Cidre angestoßen, weil wir leider keinen Sekt gefunden hatten und dazu haben wir Wunderkerzen angezündet. Das Feuerwerk an Silvester ist hier in Frankreich nämlich leider verboten. Aber Wunderkerzen waren auch ganz schön. Tja, es war halt ziemlich unspektakulär, aber dennoch schön und ein sehr lustiger Abend. 

An die Arbeit geht es wohl erst nächste Woche wieder, denn wegen Ferien läuft hier in der Gemeinde mal wieder gar nichts und so habe ich schön Urlaub. 

Haltet eure Vorsätze schön ein und ich hoffe, dass sich eure Wünsche für dieses Jahr erfüllen!

Liebe Grüße,
Lea



Freitag, 20. Dezember 2013

Der Ausflug zum Ende der Welt

Hallo ihr da draußen in der Welt!




Chorauftritt


Die letzten zwei Wochen waren bei mir sehr ereignisreich und vollgepackt mit Weihnachtsvorbereitungen. Letzte Woche habe ich nämlich nicht nur die Fête de Noel in unserer Kirche mitvorbereitet, sondern auch die von der Fac, also von der Theologischen Fakultät. Dafür habe ich mit Ute, Lauriane und Helena das Essen für diese Feier vorbereitet. Es war eine französische Spezialität aus Kürbis, Marronen und Schweinefleisch mit Käse überbacken. Mir hat es ziemlich gut geschmeckt, aber es war auch viel Arbeit für über 100 Menschen zu kochen. Eine zweite Kochgruppe hat gleich mal die Gelegenheit genutzt hier die deutschen "Knödel" einzuführen, die den Franzosen insgesamt auch sehr gut geschmeckt haben. Hinzu kamen viele lustige Chorproben und Donnerstag war es dann endlich so weit und die Weihnachtsfeier der Fac stand vor der Tür. Alles begann - selbstverständlich - mit einem Gottesdienst, in dem ich mit dem Chor ein paar Lieder singen durfte. Das war leicht chaotisch, weil irgendwie niemand wirklich wusste, welche Strophen der Lieder gesungen werden sollten und so haben alle unterschiedliche gesungen. Heraus kam ein buntes Mischmasch aus allen Strophen. Weil uns das Gottesdienstkomitee gebeten hatte, keine Weihnachtslieder zu singen, da es noch nicht Weihnachten ist, haben wir spontan das Lied "Joy to the world the lord IS come" zu "Joy to the world the lord WILL come" umgetextet. Nach dem Gottesdienst fing die Feier dann erst richtig an. Wir haben gegessen, es gab ein Abendprogramm mit Witzen, Musik, Zauberkunststücken. Luther und Calvin waren eingeladen und wir haben nocheinmal mit dem Chor ein paar Lieder gesungen. Und am Ende haben wir einfach nur noch getanzt. Es war ein wirklich toller Abend!

Unausgeschlafen und ziemlich müde gingen für mich am Freitagmorgen aber schon die Vorbereitungen für den großen Culte de Noel (Weihnachtsgottesdienst) weiter. Ich war zum Basteln für unser kleines Theaterstück mit der école biblique verabredet. 

Am Samstag war aber erstmal ein Tag Pause von den ganzen Vorbereitungen und so machten Iris, Markus, Ute und ich einen Ausflug nach St. Guilhem-le-désert. Das ist ein winziges Dörfchen am Rande der Cevennen, von wo aus wir eine ca. 10 km lange Wanderung über mehr als 700 Höhenmeter machten. Bei dem wunderschönen Wetter, das wir hatten (Sonne, blauer Himmel und 12°C) hatten wir eine super tolle Aussicht und es hat unglaublich viel Spaß gemacht!

die Straße vom Ende der Welt
St. Guilhem-le-désert

 Während unserer Wanderung...




Auftritt mit der école biblique
Der Sonntag war allerdings eher ein Montag. Es war der große Tag, der Tag des Culte de Noel. Diesen Tag verbrachten Ute und ich ab 11 Uhr und bis 19 Uhr in der Kirche. Da alle Kinder und Jugendlichen, die in der Kirche aktiv sind, etwas vortragen sollten und Ute und ich in all diesen Gruppen mitarbeiten, hatten wir alle Hand voll zu tun. Es begann mit meiner KT-Gruppe (Konfis), die eine Performance mit riesigen Buchstaben gemacht haben, mit denen sie Wörter schrieben. Danach war die Probe mit der groupe de jeunes, die den Text eines Liedes umgeschrieben haben und es als Chor vorsangen. Nach einer kurzen Mittagspause hatte ich die Probe mit der école biblique, mit der wir die Bibelstelle, in der Johannes der Täufer seinen Namen bekommt, pantomimisch nachgespielt haben. Hier habe ich die Rolle des Zacharias spielen dürfen. Und in jeder freien Minute, die ich nicht mit irgendwelchen Proben verbrachte, habe ich die ganzen kleinen Kinder aus den verschiedenen école biblique Gruppen beschäftigt und mit ihnen gebastelt. Besonders schön war es, dass ich alle Kinder vom Mini-camp, die in keiner meiner Gruppen sind, wiedergesehen habe. Nach einer großen Generalprobe ging es um 17 Uhr dann endlich los mit dem Gottesdienst und er war ein riesen Erfolg! Es hat super viel Spaß gemacht zuzuschauen und mitzumachen. Von den Gästen haben wir auch nur positive Rückmeldungen bekommen, die alle begeistert waren. Es macht mich schon ein bisschen stolz, dass wir so etwas Schönes auf die Beine gestellt haben. 


Aber auch nach diesem Gottesdienst ist für Ute und mich noch nicht Schluss mit Weihnachtsvorbereitungen. Gestern haben wir vor und nach der culte-pause mit Francoise einen riesigen Schrank mit Schubladen  aus Kartons für die veillée de Noel (Heiligabend) gebastelt. Abends haben wir auch noch ungefähr 250 bunte Sterne aus Pappe ausgeschnitten und darauf verschiedene Wörter geklebt. Auch dies ist für den Gottesdienst am Heiligabend gedacht. An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen lieben Mitbewohnern und Freunden bedanken, die Ute und mich bei der Bastelei tatkräftig unterstützt haben und gemacht haben, dass wir ganz viel Spaß dabei haben! Dankeschön! 

der Schrank

Soooo, heute Abend haben wir das letzte Mal groupe de jeunes vor den Ferien. Wir werden nach einem gemeinsamen Essen zu einem Gospelkonzert in unserer Kirche gehen. Und dann fangen für Ute und mich die Ferien an. Am 23. Dezember werden wir nach Grenoble fahren, um dort mit Johanna und Christoph, zwei Freiwilligen der EkiR, zusammen Weihnachten zu feiern. Denn ich muss die Gelegeneheit ja nutzen, dass ich dieses Fest einmal in Frankreich feiern kann! Anders als unsere Mitbewohner und alle unsere Freunde fahren wir eben nicht nach Hause. 

Ich wünsche euch allen fröhliche Weihnachten und ein gemütliches und gesegnetes Fest!
Habt eine schöne Zeit,
eure Lea



Montag, 9. Dezember 2013

Breaking World Series

Bonjour mes amis!


besagte Kreise in den Pausen mit den tanzenden Zuschauern
Am Samstag waren Ute und ich bei den "Breaking World Series". Das ist ein internationaler Breakdance Wettkampf, zu dem acht Crews aus Korea, Japan, Russland, Brasilien, Frankreich, Holland, Spanien und den USA gekommen sind. Man kann sich das genauso wie in den Tanzfilmen "Step Up" vorstellen, obwohl ich vorher immer dachte, dass das alles nur für die Filme ausgedacht wäre, aber nein, der Ablauf ist wirklich genauso. Während der letzten Woche hat jede Crew ein 6-8 Minuten langes Video in Montpellier aufnehmen müssen. In den Vorrunden haben wir uns dann jeweils alle Videos auf einer großen Leinwand angesehen und es sind immer zwei Teams in sogenannten "Battles" gegeneinander angetreten. Meiner Meinung nach kann man Breakdance fast mit Zirkus vergleichen, denn es sind echte Kunststücke, die die Tänzer dort gezeigt haben. Nach den Vorrunden kam das Halbfinale und letztendlich das Finale, in dem Russland gegen Korea das Battle gewann, obwohl ich eigentlich fand, dass die Koreaner stärker waren. Wisst ihr, als ich ihre ersten Moves gesehen habe, dachte ich schon: "Wow, wie wollen die das denn bis zum Finale hin noch steigern? Das ist unmöglich!" Aber es war möglich und es war unglaublich! Und auch die ganze Atmosphäre in der riesigen Konzerthalle "Zénith Sud" war spitze. Vor den Battles, in allen Pausen und danach versammelten sich immer riesige Menschenmengen in Kreisen vor der Bühne, in deren Mitte Zuschauer, von denen die meisten selbst auch Breakdance tanzen, etwas zum Besten gaben. So hatten wir wirklich ununterbrochen etwas zu gucken und selbst die Amateure waren richtig gut. In der Pause vor dem Finale forderten die beiden Moderatoren das gesamte Publikum auf aufzustehen und zu tanzen. Und es haben tatsächlich alle getanzt! Das war richtig lustig und ein wunderschöner Abend.


Leider sind alle Fotos etwas unscharf (flou). Die Tänzer waren einfach zu schnell!
Der Samstag hatte für mich eigentlich nicht ganz so toll angefangen. Meine Schwester Anna ist an dem Tag nämlich 18 geworden und hat mit der kompletten Familie gefeiert. Ich hatte morgens mit ihr telefoniert und war danach ein wenig traurig, weil ich nicht dabei sein konnte. Als mich dann aber nachmittags eine Freundin zum Joggen abholte und wir eine Stunde lang durch die kühle, klare Luft gelaufen waren, die wärmenden Sonnenstrahlen im Gesicht genossen und uns gut unterhalten hatten, ging es mir wieder besser. Am Abend war dann alles schon wieder vergessen und ich konnte in vollen Zügen das Spektakel genießen.


Gestern war ich wieder bei der école biblique und habe mit meinen fünf Kindern unser kleines Theatersück für den Weihnachtsgottesdienst eingeübt. Vorraussichtlich werde ich sogar mitspielen und darf in die Rolle von Zacharias schlüpfen. 

Beim Eishockeytraining war es diesmal etwas verwirrend. Wir trainieren jetzt übrigens nicht mehr in zwei getrennten Gruppen. Zu Anfang war es nämlich so, dass die Mannschaft in zwei Gruppen entsprechend ihres Leistungsstandes eingeteilt wurde. So war ich immer bei den "débutants débutants", also bei den absoluten Anfängern. Mittlerweile trainieren wir aber alle zusammen. Das ist gar nicht so einfach. Gestern mussten wir unendlich viele Kreise fahren, um das Übersetzen zu üben. Erst vorwärts linksherum und rechtsherum, dann das Ganze rückwärts und im letzten Durchgang mussten wir immer die eine Hälfte des Kreises vorwärts fahren und uns dann umdrehen und rückwärts weiterfahren. Dies mussten wir sogar mit einem Puck machen, was die ganze Sache deutlich erschwerte. Das merkte man daran, dass die Geschwindigkeit, mit der die Übungen durchgeführt wurden, die zu Beginn noch sehr hoch war, deutlich abnahm und man nur mühselig vorankam. Anschließend haben wir eine Übung gemacht, die ich leider nicht im geringsten verstanden habe. :D Aber wir immer hat es total viel Spaß gemacht.

Heute Morgen habe ich meinen allerersten Scheck eingelöst! Weil ich nicht wusste wie das geht, habe ich bestimmt eine halbe Stunde lang gewartet, um das am Schalter zu klären. Dort sagte mir der freundliche Mann allerdings, dass ich den Scheck nur an einem Automaten einlösen kann. Uuuaaaah!  Na toll. Jetzt hatte ich so lange gewartet und dann das. Am Automaten war es aber ganz schön kompliziert und ich war richtig glücklich und erleichtert, als es endlich funktioniert hat. Jetzt bin ich ganz stolz und weiß, wie man Schecks bei der Bank einlösen kann. 

Comme mes chers amis francais m'ont demandés d'écrire un peu en francais dans mon blog, je vais vite résumer dont j'ai parlé. Alors, le plus important c'est que j'étais aux "Breaking World Series" samedi dernier. C'était une soirée formidable et les tours d'adresse des danseurs étaient vachement impressionants. Un peu comme dans le cirque, à mon avis. Après que mon jour n'avait pas commencé si bien (j'étais un peu triste parce que c'était l'anniversaire de ma soeur qui est devenue 18 ans et je ne pouvais pas être là et fêter avec elle), le jogging avec une copine et cette soirée merveilleuse ont vraiment fait du bien (merci Iris et Ute!).
L'entraînement du hockey sur glace était tellement rigolo et plus difficile que d'habitude. On a fait des exercices que je n'ai pas bien compris. Bref, je suis sûr que c'était seulement moi qui était rigolote.
Dimanche matin, à l'école biblique, on a préparé la saynète pour la grande fête de Noel dans laquelle je vais jouer le rôle de Zacharie. Vous allez voir! ;)
Ce matin, j'ai appris encore du nouveau. J'ai remis mon premier chèque à l'encaissement!!! Après que j'avais attendu une demi heure pour aller au comptoir, l'homme derrière le comptoir m'a dit qu'on doit le faire à l'automat. C'est gai! (On peut dire ca???) Voilà.


Mittwoch, 4. Dezember 2013

Weihnachtsvorbereitungen mal anders

Schreibblockade. Manchmal kommt das vor. Gerade habe ich nur Französisch im Kopf und mir fallen kaum Sätze oder gute Formulierungen ein. Jetzt starre ich den Bildschirm gefühlt schon eine halbe Ewigkeit an....

Aber eigentlich möchte ich euch gerne von meinem Wochenende erzählen. Das war nämlich nicht irgendein Wochenende, sondern das week-end KT - also ein Wochenende mit den Konfirmanden und der groupe de jeunes, das wir in den Cevennen in der ehemaligen Moulin d'Ayroles in der Nähe des Dorfes Saint Félix de Pallières gemeinsam verbrachten. Diese Zeit nutzten wir, um die große Fête de Noel, also den großen Weihnachtsgottesdienst, der allerdings hier schon am 15. Dezember stattfindet, vorzubereiten. Am Samstagnachmittag drehte es sich um das Thema Nicodème, wozu es viele Diskussionen und kleine Rollenspiele gab. Der Abend wurde mit einem match d'impro (Improtheater) gefüllt. Für alle, die nicht wissen, was das ist: Man spielt in kleinen Gruppen spontan vorgegebene Szenen vor einem Publikum vor. In unserem Fall hatten die Teams eine Minute Vorbereitungszeit und haben nicht nur eine Szene vorgegeben bekommen, sondern auch ein Wort, dass sie irgendwie während ihrer Vorführung erwähnen mussten und ein Adjektiv, das beschrieb, wie sie die Szene spielen mussten, z.B. flüsternd oder zitternd. So war für Spaß garantiert und es sind wirklich super lustige Situationen dabei herausgekommen. 

unser Wohnzimmer als Werkstatt
Am nächsten Tag ging es in die verschiedenen Ateliers, in denen Tanzchoreographien oder Sketche mit Clowns eingeübt, Lieder umkomponiert oder Materialien für die verschiedenen Aufführungen gebastelt wurden. Ich habe zusammen mit Magali und sieben Mädels eine Choreo mit Buchstaben, die auf große Pappen gemalt wurden, gemacht. Ute und ich haben als Animateure dieses Wochenende natürlich mit vorbereitet, weshalb wir einige Zeit mit dem Sammeln von alten Zeitungen und weggeworfenen Kartons, die am Straßenrand lagen, verbracht haben. Hinzu kam dann das Zuschneiden dieser Kartons und ein Großeinkauf für sämtliche Bastelmaterialien.  Alles, was hier vorbereitet wurde, wird in zwei Wochen im Gottesdienst aufgeführt. Ich bin schon richtig gespannt, wie das letztendlich wird! 

Leider hatten wir nicht die Zeit, um ein bisschen die Gegend in den Cevennen zu erkunden. Ziemlich schade, weil wir bestes Winterwetter hatten: nur Sonne, blauer Himmel und keine einzige Wolke zu sehen. Hinzu kam, dass es ziemlich warm in der Sonne war und wir sogar nur mit einem Puli rausgehen konnten. Die Landschaft in dem Gebirge ist einfach so wunderschön! Ute und ich haben uns jetzt vorgenommen bald mal einen Ausflug in die Berge zu machen und einfach nur einen gaaaanz lange Spaziergang zu machen. 

Insgesamt war es ein wunderschönes Wochenende und ich habe die Zeit genutzt, um die 49 Jugendlichen, mit denen wir ja immer im Konfirmandenunterricht und bei der groupe de jeunes arbeiten, ein bisschen besser kennenzulernen. 

Ute in der Weihnachtsbäckerei
Auch beim Chor wird im Moment ganz fließig geprobt. Ein paar Extrastunden werden eingefügt, wie zum Beispiel letzte Woche Donnerstag oder morgen und es kommen immer wieder neue Lieder dazu, die ebenfalls bei der Fête de Noel an der theologischen Fakultät am 12. Dezember aufgeführt werden. Das englische Lied "Joy to the world" bereitet dem Großteil der französischen Chormitglieder noch immer Kopfzerbrechen und Knoten in der Zunge.

Nachdem am ersten Dezember das erste Türchen meines Adventskalenders geöffnet (Ute und ich haben uns gegenseitig einen Kaldender gebastelt), unsere WG weihnachtlich dekoriert und erste Plätzchen mit Elda gebacken wurden, bin ich schon richtig in Weihnachtsstimmung. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an Mama für den tollen Weihnachtsbaum und den super lustigen Adventskalender! 


Heute waren Ute und ich mal wieder Schlittschuhlaufen und jetzt machen wir uns einen gemütlichen Colocabend. 

Eine herzliche Umarmung an meine Lieben. Viele Grüße,

eure Lea