Samstag, 12. Oktober 2013

Zwischen Afrika und Arktis - Herbst in Montpellier

Einigen von euch sagt der Name Paul Signac vielleicht etwas. Für alle anderen: Es handelt sich bei diesem Mann um einen französichen Maler, der einer der bedeutendsten Künstler des Neo-Impressionismus bzw. des Pointillismus war. Und wir drei (Ute, Nils und ich) hatten das große Glück eine Privatführung durch seine derzeitige Ausstellung "Les couleurs de l'eau" im Musée Fabre in Montpellier zu bekommen! Ich habe nämlich bei der culte-pause eine Dame getroffen, die mir erzählte, dass sie guide sei und bot mir sogleich an, mich und die anderen durch die besagte Ausstellung zu führen. So etwas konnte ich natürlich nicht abschlagen! Einen Tag später wurde uns über sämtliche Kunstwerke sehr detailliert berichtet, wir erfuhren Hintergrundinformationen und alles über seine verschiedenen Techniken - und das alles gratuit. Es war unglaublich beeindruckend!

Am Montag stand eine weitere Motorradtour mit meinem Bruder an. Reiseziel: Pic Saint-Loup (658m). Da habe ich schonmal einen Punkt von meiner To-do Liste abgearbeitet. Bei schönstem Sonnenschein, sehr klarer Luft und angenehmen 24°C traten wir die gut eineinhalb-stündige Wanderung bis auf den Gipfel an. Der Ausblick war so fantastisch von dort oben! Auf der einen Seite die Cevennen, auf der anderen konnten wir sogar bis zum Meer schauen! Mit meinem geliebten Bruderherz war es noch tausendmal besser.

Pic Saint-Loup
das Meer am Horizont





Uuuuund ich war Donnerstag mit Nils auf einem Konzert von Steel Pulse!!! Ich liebe diese Reggae-Band einfach und es hat richtig Spaß gemacht auf dem Konzert. Das hat das ganze Frieren auf der Fahrt hin und zurück wieder wett gemacht. Wir sind nämlich mit dem Motorrad gefahren, was bei 11°C nachts echt kalt ist. Aber die Bandmitglieder sind einfach so cool und richtig gut drauf, dass wir den Abend einfach nur genossen haben!






Was mich jedes Mal wieder überrascht und beeindruckt ist, dass man noch immer im Meer schwimmen gehen kann. Und das mitten im Oktober! Bei einem Tag am Strand entstehen dann solche Fotos...






Ultimate Ninja Eskalation





Aber nein, wir sind hier natürlich nicht nur zum Vergnügen, sondern arbeiten auch. Es ist eben richtig cool, dass unsere Arbeit meistens erst abends ist, sodass wir tagsüber total viel machen können. Am Sonntag hatten Ute und ich das erste Mal école biblique. Zum ersten Mal haben wir nicht zusammen gearbeitet, da wir zwei verschiedene Gruppen haben. Ecole biblique ist im Prinzip sowas wie Religionsunterricht für die kleinen Kinder im Alter von ca. sieben bis zehn Jahren. Da Frankreich ja ein laizistischer Staat ist, gibt es nämlich in den Schulen keinen Reliunterricht und dieser wird sozusagen durch die école biblique in den Kirchengemeinden ersetzt. Ich habe eine sehr kleine Gruppe in Montpellier-Mosson, wo letztens nur zwei Kinder waren. Normalerweise sind es wohl vier - wir werden sehen... Es ist jedenfalls gar nicht so leicht die zwei oder vier Kinder eine ganze Stunde zu beschäftigen! Erst recht nicht, wenn beide schüchtern sind. Der eine kleine Junge von den beiden Kindern war so schüchtern, dass er mich und Nathalie (das ist die andere Animatrice, mit der ich zusammen diese Gruppe leite) nicht einmal anschauen konnte, wenn wir mit ihm gesprochen haben. Das ist wirklich eine schwierige Aufgabe und ich hoffe sehr, dass es mit der Zeit besser wird, wenn wir uns alle ein bisschen kennengelernt haben. Ansonsten macht es aber ziemlich Spaß! Ute hat hingegen ziemlich viele Kinder (ca. 13) in ihrer Gruppe in Jacou und somit ist es auch für sie keine leichte Aufgabe die Kinder in Zaum zu halten.

Und so sieht der Herbst bei uns aus. Es ist wunderschön!

Parc Peyrou

improvisierter Balkon - Fensterbank 1. Etage

In den letzten Tagen ist es kälter geworden. Der Herbst ist jetzt wirklich da und jetzt fangen die Blätter an den Bäumen doch tatsächlich an sich zu färben und fallen langsam von den Bäumen. Doe Luft ist ganz klar und kühl. Die Sonne wärmt nach wie vor schön, doch im Schatten muss man sich mittlerweile doch einen Pulli anziehen.

Heute haben wir übrigens Zuwachs bekommen in unserer WG. Wir hatten ja bisher eins der fünf Zimmer frei stehen, welches nun von Lauriane, einer weiterin Theologiestudentin bezogen wird. Sie ist super nett und ich freue mich sehr, dass sie jetzt bei uns wohnen wird!

Ihr fehlt mir.



 

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