Sonntag, 16. März 2014

Sept à Sète

Garten in Arbeit
Nachdem Ute und ich unseren eigenen kleinen Garten vor ein paar Tagen künstlerisch gestaltet haben, wurde von uns gestern erstmal unser großer Dachboden erkundet, woraufhin wir lauter alte Fotos von irgendwelchen fremden Leuten fanden. Einige stammen noch aus dem Jahre 1931 (!), andere zeigen wahrscheinlich den früheren Pfarrer, der mal in unserer Wohnung gewohnt hat, mit seiner Familie. Wir wohnen nämlich im alten Pfarrhaus.

Wir haben Freitag auch schon die zweite Radiosendung fertig gemacht. Bei der dreht es sich um das Skicamp und auch diese ist ziemlich gut geworden, finde ich. Ich hoffe wirklich, dass wir noch mehr Sendungen hier machen können und dürfen. Das wäre ein Traum!

Heute sind wir zu siebt in die wunderschöne Hafenstadt Sète gefahren - darum auch die Überschrift. Habt ihr das Wortspiel bemerkt? ;) Anlass für diesen Ausflug war ein Gottesdienst, den einige Théo-Studenten dort heute halten durften. Darunter auch ein paar Deutsche und die haben das alle richtig toll gemacht! Im Anschluss gab es noch ein Mittagessen mit der Gemeinde, welches eine armenische Studentin gekocht hat. Natürlich war auch das Essen armenisch und es hat super lecker geschmeckt! Die Mahlzeit wurde von typisch armenischer Musik untermalt (heute habe ich's aber mit Wortspielen) und als wir alle vollgegessen waren, haben wir von ihr noch einen armenischen Tanz gelernt. Uuuuund ich habe heute Morgen zufällig bei einem Ruderboot-Wettkampf auf einem der Kanäle zuschauen können. Das war ein richtig netter Vormittag. 

Den Nachmittag habe ich alleine mit Ute die Stadt noch ein wenig erkundet. Dabei ging es ein wenig die Strandpromenade entland, dann rauf auf den Hügel, von wo aus man einen wundervollen Ausblick über Meer, Stadt und Berge hat und wir sind durch die kleinen Gassen und entlang der Kanäle geschlendert. Am Ende habe ich zusammen mit Ute beschlossen, dass Sète auf die Liste mit den schönsten Städten gehört.

Bootsrennen
Sète
Sète
Hafenatmosphäre


Mittwoch, 12. März 2014

Meine erste eigene Radiosendung!!!!!!!

Ich bin noch total aufgeregt! Gerade war ich mit Ute im Radiostudio des christilichen Senders FM+ aus Montpellier. Wir haben ja zwei Sendungen aufgenommen beim Zwischenseminar und beim Skicamp. Heute habe ich zusammen mit Manu, einem Techniker, meine Sendung über die anderen Freiwilligen der EKiR, die zurzeit in Frankreich ihren FFD machen, zusammengebastelt. Das Schneiden hat richtig viel Spaß gemacht und entgegen meiner Erwartung, ist die Sendung, glaube ich, echt gut geworden. Jedenfalls habe ich es tatsächlich auf eine halbe Stunde gebracht. Vorher hatte ich gedacht, dass ich viel zu wenig Material habe und bin daher umso glücklicher, dass es doch noch alles gut geklappt hat. Ich habe sogar noch einen kleinen Teil im Studio selbst aufnehmen dürfen, was total cool war.

Wir wurden ja für die Sendungen einfach ins kalte Wasser geschmissen; niemand hatte uns erklärt, wie man sowas macht... Und ich bin einfach nur richtig stolz, dass es so gut geklappt hat! Nun habe ich meine allererste eigene Radiosendung ganz selber gemacht - und dann auch noch auf Französisch!!! Jetzt freue ich mich schon auf Freitag, wo wir dann Utes Sendung zum Skicamp bearbeiten werden und hoffe, dass wir noch einige weitere "émissions" machen können!

Oh mann, so viele Glücksgefühle!!! :D

Ihr könnt euch die Sendung alle am Samstagmorgen (15.03.2014) um 11:30 Uhr bei FM+ anhören!  http://www.fmplus.org/ Ansonsten gibt es später auch einen Podcast zum Herunterladen.

Ute und ich bei der Arbeit im Radiostudio



Dienstag, 11. März 2014

Winter, Winter, Winter, Sommer!

Ich habe so viel erlebt die letzten drei Wochen!

Montmartre
Wie in meinem letzten Blogeintrag beschrieben, trieb es mich auf dem Weg zum Zwischenseminar zuerst noch in die Französische Hauptstadt. Paris! Für mich war es der erste Besuch dieser Weltmetropole. Da ich nur einen Tag dort verbrachte, habe ich nicht allzu viel zu sehen bekommen. Aber natürlich war der Eiffelturm dabei, wir sind ins Louvre gegangen, wo ich mit eigenen Augen sehen konnte, wie die Mona Lisa mich von allen Seiten anstarrt. Mittags haben wir in einem super schicken Restaurant gegessen - das sah so teuer aus! Aber im Enteffekt war es gar nicht so teuer. Nachmittags waren wir beim Montmartre und haben uns das Stadtviertel dort angeschaut - richtig schön! Abends wollte ich eigentlich noch mit Ute in "La Géode" gehen, doch die war leider geschlossen und so entschieden wir uns spontan für ein anderes Kino und den Film "La voleuse des livres" (Die Bücherdiebin), der uns von einem Gottesdienstbesucher aus Montpellier empfohlen worden war. Es war auch die beste Entscheidung! Dieser Film ist wunderschön, tottraurig und hat mich sehr berührt. 

Nachdem das Abenteuer so gut angefangen hat, ging es für Ute, die beiden Pariser Christoph und Niklas, sowie für mich nach Estland. Zunächst verbrachten wir einen Tag alleine in der estnischen Hauptstadt Tallinn und schauten uns schonmal alles an. Den Tag darauf ging das Zwischenseminar endlich los. Es war so schön, die anderen europäischen Freiwilligen wiederzusehen! Wir haben uns die Woche größtenteils über unsere sehr unterschiedlichen  Projekte, unsere Erlebnisse in unseren Einsatzländern, unsere Probleme und Schwierigkeiten unterhalten, haben uns gegenseitig Tipps gegeben, uns motiviert und hatten einfach Spaß zusammen. Es war eine unglaublich tolle Zeit mit den anderen Freiwilligen, die ich sehr genossen habe. 

Die Hälfte der coolsten Freiwilligen der Welt!



Vesijärvi See Lahti
Anschließend bin ich mit fünf Leuten vom Seminar nach Finnland gefahren. Während diese in Helsinki verweilten, machte ich mich weiter auf den Weg nach Lahti, wo ich eine Freundin aus Deutschland besuchte, die dort ihren Freiwilligendienst leistet. Bei eisigen Temperaturen (wenn auch wärmer als angenommen) lernte ich einen Teil Finnlands kennen. Jessica zeigte mir an einem Tag die finnische Hauptstadt und wir sind in Lahti über den zugefrorenen Vesijärvi See gelaufen. Selbst das Meer war noch teilweise gefroren! Und ich machte noch von Jessicas Privileg gebrauch, dass sie eine kleine Eisbahn auf ihrem Gelände hat, mit Flutlicht sogar. Dort liefen wir unter einem gigantischen Sternenhimmel Schlittschuh.

auf 2400m Höhe - Les 7 Laux
Nach diesen tollen zwei Wochen ging es für mich wieder nach Hause - mit einem kleinen Abstecher nach Paris und zum bei Nacht beleuchteten Eiffelturm. Lange Zeit zum Erholen blieb mir aber nicht, denn nur zwei Tage später ging es schon wieder auf Reisen. Diesmal stand eine Woche Skicamp mit der groupe de jeunes und ein paar Konfirmanden an. Diese verbrachten wir in einem super tollen Skigebiet in der Nähe von Grenoble. Wir hatten richtig Glück mit dem Wetter! Drei Tage Sonne und blauer Himmel und die anderen beiden Tage gab es jede Menge Neuschnee. Es hat super viel Spaß gemacht, mit den Jugendlichen die Pisten hinunter zu düsen und auch mit den anderen Betreuern habe ich mich super gut verstanden. Insgesamt einfach genial! Vor allem das Skifahren!

Und nach dieser Woche bin ich dann aber endlich wirklich wieder nach Hause gekommen. Das war ein gutes Gefühl, wieder in Montpellier und bei meinen lieben WG-Mitbewohnern zu sein. Empfangen wurden wir von blauem Himmel, Sonne und frühlinghaften Temperaturen um 20°C. Deshalb nutzen wir die Zeit und das Wetter gleich mal für einen Besuch am Strand. Leider war das Meer noch zu kalt, sodass wir uns nur mit den Füßen reintrauten. 

Da noch Ferien sind, können Ute und ich uns jetzt erstmal ein bisschen von den letzten Wochen erholen. Morgen haben wir allerdings einen Termin beim Radio, um unsere beiden Radiosendungen zum Thema "FFD" und "Camp de ski" zusammenzuschneiden und fertig zu machen. Da bin ich mal gespannt, was letztendlich daraus wird. 

Sonnige Grüße aus dem Süden!


PS: Hier ist das Ergebnis einer Gruppenarbeit während des Skicamps, welches "être témoins"
(= Zeugen sein) zum Thema hatte. Diese Arbeit ist zu dem Bibeltext der Samaritanerin von den Konfis erstellt worden.
Jesus und die Samaritanerin am Brunnen

Mittwoch, 12. Februar 2014

Auf in den tiefen Norden - auf zum Zwischenseminar!

Die Sonne scheint in mein Zimmer, der Himmel ist blau und ich höre die Musik von Lauriane nebenan. Es ist ein wunderschöner Tag. Mich beschäftigen im Moment allerdings eher die Reisevorbereitungen. Denn morgen geht es für mich auf große Reisen! Zuerst für zwei Tage nach Paris zu den anderen EKiR-Freiwilligen. Danach fliegen wir dann gemeinsam nach Tallinn, Estland, wo unser Zwischenseminar mit den anderen Europa-Freiwilligen der EKiR stattfindet. Und anschließend daran werde ich meine Freundin Jessica in Finnland besuchen. Da habe ich ganz schön was vor mir und seit gestern macht sich auch eine gewisse Spannung und Nervosität in mir breit. Ich freue mich einfach riesig auf diese Reise, all die lieben Mitfreiwilligen wiederzusehen und doch ist es sehr aufregend, weil ich noch nicht genau weiß, was mich in Estland und Finnland so erwartet. Also schon, ich weiß, dass ich dort wahrscheinlich erfrieren werde! In Tallinn werden mich noch ziemlich "milde" Temperaturen erwarten, während die Differenz zwischen den Temperaturen in Finnland und in Montpellier ganze 30°C betragen!!! Ja, und das muss gut vorbereitet werden.

Mütze, Schal, Thermoleggings, Handschuhe und Skijacke liegen schon bereit. Jetzt gilt es alles gut zu verstauen, denn da wir nur mit Handgepäck fliegen, wird es in meiner Tasche wahrscheinlich ziemlich eng werden. 

Auch bereite ich gerade noch mein Interview vor. Das ist nämlich eine ganz besonders tolle Sache! Hier in Montpellier arbeite ich mit Ute ja auch im protestantischen Radiosender mit und darf in nächster Zeit zwei eigene Radiosendungen machen! Das ist unglaublich cool!!! Die erste wird über den FFD bei der EKiR sein und dazu werden Ute und ich die anderen Freiwilligen, die in einem Projekt in Frankreich arbeiten, interviewen. Ich bin sehr gespannt, was wir daraus machen werden. :)

In zwei Wochen werdet ihr dann wieder von mir hören. 
Bis dahin, macht es alle gut, habt eine schöne Zeit und bis bald!

Liebe Grüße aus dem 15°C warmen Montpellier,
Lea

Montag, 3. Februar 2014

Waschmaschine, Austern und GEBURTSTAG !

Sonnenuntergang im Parc Peyrou an meinem Geburtstag


Das war ein super Wochenende! Das Wichtigste ist, dass wir jetzt endlich wieder eine Waschmaschine haben. Ja, die eine, die wir hatten, hat unser Ex-Mitbewohner bei seinem Auszug leider mitgenommen (naja, war ja auch seine)... Und nach zwei Wochen, in denen wir unsere Wäsche zu Haufen ansammelten bzw. Ute sie mit der Hand in der Badewanne gewaschen hat, können wir endlich wieder ganz entspannt eine Waschmaschine anstellen. Das Abholen war allerdings echt ein Abenteuer. Wir hatten uns ein Auto geliehen und ein Handy mit Navi dabei. Tja, leider war der Akku sofort leer und wir hatten keine richtige Straßenkarte mehr. Also ging es auf gut Glück drauf los und natürlicher haben wir statt einer halben Stunde eher 45 Minuten bis eine Stunde gebraucht! (Die blöden Einbahnstraßen hier in Südfrankreich machen es einem auch nicht gerade leichter...) Aber wir haben es geschafft und das ist das, was zählt. 

Am Samstag waren Ute und ich in Sète. Dort war nämlich eine Versammlung der Pfarrer und des Presbyteriums, während der Ute und ich ihre Kinder betreut haben. Wir waren am Strand und haben wunderschöne Schätze gefunden, haben uns von den Wellen durchnässen lassen und haben eine große Sandburg gebaut. Im Nachmittagsprogramm wurde dann eine Schatztruhe von den Kindern selber gebastelt. Die Kinder waren begeistert und haben richtig schön mitgemacht. Als Dankeschön haben wir ein paar Austern geschenkt bekommen, die wir mit unseren Mitbewohner am Abend zusammen gegessen haben. Ja, das war vielleicht ein Erlebnis! Es war cool, dass ich endlich mal die Möglichkeit hatte, Austern zu probieren, aber eine reicht mir auch für mein ganzes Leben. :D Schon allein das Öffnen der Muscheln ist eine echte Geduldsprobe, während das Essen eher eine Mutprobe ist. 

Ein Eishockeyspiel haben Ute und ich uns auch noch angeschaut. Montpellier gegen Reims. Na, und wer hat wohl gewonnen? Na ist doch ganz klar! Montpellier natürlich. :)

Und ein ganz besonderes Ereignis für mich war natürlich mein Geburtstag vor einer Woche. Es ist schon merkwürdig, diesen seltenen Tag ganz ohne Familie und alte Freunde zu feiern, aber es war wunderschön! Ich habe gemütlich einen Kuchen mit Ute gebacken, habe mir mit Elda und Markus den Sonnenuntergang im Parc Peyrou angeschaut und habe abends eine kleine Feier mit meinen Freunden aus Montpellier gemacht. Es war richtig schön und ich hatte sehr viel Spaß und ich bin froh, diesen Tag mit diesen wundervollen Menschen verbracht haben zu dürfen!


Mittwoch, 22. Januar 2014

Der Joghurtdieb

Am Sonntag war ich das erste Mal im neuen Jahr im Babel Café. Ich habe wieder bei der Ausgabe des Frühstücks geholfen, d.h. ich habe den Joghurt und das Obst verteilt. Dabei habe ich mich mit so vielen Menschen unterhalten. Außer einem Engländer, der jahrelang in Schwaben gewohnt hat, habe ich auch zwei Männer getroffen, die sogar auch ein wenig Deutsch mit mir gesprochen haben. Einer der beiden hatte nämlich mal vier Jahre lang Deutsch in der Schule.

Ein Mann aus Slovenien war Sonntag auch zum ersten Mal da. Er konnte nur Englisch sprechen und hatte sich deshalb nicht getraut einen Kaffee zu bestellen, weil die meisten französischen Mitarbeiter des Cafés nur Französisch sprechen. Total süß!

Ein anderer Mann hat mir sein ganzes Leben erzählt. Sein Vater kommt aus Spanien, seine Mama ist "pied-noir" (Algerienfranzösin). Er selbst ist Franzose, hat aber in Spanien öffentliches Recht studiert und spricht daher auch fließend Spanisch und gut Englisch. Es war richtig interessant, was er erzählt hat und ich habe mich gefragt, wieso jemand wie er auf der Straße lebt. Allerdings habe ich mich nicht getraut nachzufragen, weil ich keine Ahnung habe, wie die Obdachlosen darauf reagieren würden. Ist es für sie ganz normal, sowas zu erzählen, weil sie schon so lange obdachlos sind oder es vielleicht sogar freiwillig sind? Wären sie gekränkt? Ich denke, ich muss mich einfach meiner Neugierde hingeben und die Frage stellen.

Otto habe ich auch wieder getroffen. Diesen Mann nenne ich so, weil er eine unglaubliche Ähnlichkeit zu Otto Walkes aufweist. Er wollte abends mit mir ausgehen. Aber das kann man natürlich nicht ernst nehmen (ist auch besser so!), doch er hat es geschafft mich richtig zum Lachen zu bringen. Er hat mir dann auch noch eine Blume aus der Vase, die vor mir auf der Theke stand, geschenkt.

Jemand, der auch jede Woche zum Babel Café kommt, wollte mir seinen Schal schenken, weil er den zweimal hat. Ist ja lieb gemeint, aber er braucht ihn dringender als ich. Es war gar nicht so einfach aus der Sache raus zu kommen, aber ich glaube, ich habe es ganz elegant gelöst.

Und dann war da noch ein Mann, der immer den Joghurt von der Theke stibizt hat, wenn man gerade mal nicht geschaut hat. Ich glaube, dass er letztendlich um die 10 Stück hatte, statt der zwei, die jeder normalerweise bekommen hat. 

Anstrengend sind eigentlich nur die Roma, denn die sind meistens ziemlich unfreundlich und wollen am liebsten alles haben. Eine Frau, die mit ihren Kindern kommt, fragte mich Sonntag zum Beispiel nach einem Trinkjoghurt. Ich sagte ihr, dass ich leider keine mehr habe, aber als Antwort kam nur ein "Doch, gib mir so einen Joghurt!" Sie wollte es einfach nicht verstehen, dass ich keine mehr hatte. Und die Kinder sind meistens genauso dreist und füllen sich ihren Teller so voll, dass sie das gar nicht alles essen können. 

Obwohl es Hunde und Katzen geregnet hat am Sonntagmorgen, sind richtig viele Leute ins Babel Café gekommen. Mit 160 Personen war das der Rekord, denn normalerweise kommen so zwischen 100 und 120 Menschen vorbei.

Es war so ein wundervoller Vormittag im Babel Café und ich habe so viel gelacht! Die Arbeit dort macht mir immer besonders viel Spaß. Auch wenn ich morgens immer Schwierigkeiten habe um 7 Uhr aufzustehen - es lohnt sich jedes Mal! Letzten Sonntag hat eine andere ehrenamtliche Mitarbeiterin erzählt, dass sie sich immer sehr darüber freut, dass die Menschen, die ins Café kommen, sich bei ihr bedanken. "Ein Danke und ich habe die ganze Woche gute Laune." Aber ich finde, es ist nicht nur das Danke, es sind die vielen unterschiedlichen Menschen, die man dort kennenlernt, die Unterhaltungen mit ihnen und die Witze, die sie erzählen. Die bunte Mischung von Leuten ist unglaublich spannend!





Samstag, 4. Januar 2014

Ein Wintermärchen

Euch allen wünsche ich zunächst einmal ein frohes neues Jahr! Ich hoffe, ihr habt alle ein gemütliches und besinnliches Weihnachtsfest zu Hause mit euren Liebsten gefeiert und hattet einen guten Start ins Jahr 2014. Jetzt sind wir schon bei 14! Unglaublich, schon wieder ein neues Jahr und schon wieder muss ich mich unglaublich darauf konzentrieren nicht immer 13 hinter das Datum zu schreiben. Aber Gott sei Dank bin ich nicht mehr in der Schule und muss es nicht mehr hundert mal am Tag in mein Heft schreiben. 

Wie dem auch sei, anders als der Großteil von euch war ich über Weihnachten nämlich nicht zu Hause, sondern bin in Frankreich geblieben. Schon einige Tage vor Heiligabend haben sich alle meine Mitbewohner (Ute ausgeschlossen) auf den Weg nach Hause zu ihren Familien gemacht, denn keiner der Drei kommt ursprünglich aus Montpellier. Auch alle meine anderen Freunde, hauptsächlich deutsche Studenten, haben die Ferien für einen Besuch daheim in Deutschland genutzt. Somit blieben nur noch Ute und ich übrig. Aber anstatt nur zu zweit vor unserem unechten Kamin zu hocken und unseren mikrigen, aber mit Liebe und Hingabe geschmückten Weihnachtsbaum anzuschauen, haben wir uns lieber auf den Weg nach Grenoble gemacht. Dort wohnt Johanna, ebenfalls eine Freiwillige der EkiR, und die haben wir besucht. Auch Christoph (Freiwilliger der EkiR) aus Paris ist angereist. Johanna hat uns "ihre" Stadt gezeigt, wir haben Weihnachtsplätzchen backen, sind mit ihr Schlittschuhlaufen gegangen, sind zur Bastille hochgewandert... 

Grenoble - Der Fluss Isère
Grenoble mit den Alpen im Hintergrund
Plätzchenbacken an Heiligabend
Schlittschuhlaufen
Ausblick von der Bastille

An Heiligabend haben wir unsere Freundin mit in die Kirche zum Gottesdienst begleitet. Johanna arbeitet nämlich genau wie Ute und ich in der Eglise protestante unie de France, nur eben in Grenoble. Und somit hat sie größtenteils genau die gleichen Aufgaben wie ich. Bei dem culte (Gottesdienst) konnten wir Johanna ein wenig unter die Arme greifen und haben es genossen, den Weihnachtsgottesdienst in Frankreich miterleben zu dürfen. Nach einem leckeren Essen haben wir es uns dann gemütlich gemacht, Weihnachtslieder gesungen, die Weihnachtsgeschichte, so gut wir sie auswendig konnten, nacherzählt, mit Pfeifen Weihnachtslieder gespielt, was allerdings in einem Lachanfall endete und haben die Päckchen, die uns unsere lieben Familien, Verwandten und Freunde zugeschickt haben, ausgepackt. Es war ein wundervoller Abend. Ich bin sehr froh, dass ich nicht wie alle anderen nach Hause gefahren bin, sondern die Gelegenheit genutzt habe, Weihnachten in Frankreich zu verbringen. 

Am ersten Weihnachtsfeiertag waren wir von der Familie einer Kollegin von Johanna eingeladen und abends war im Studentenwohnheim, wo Johanna wohnt, eine kleine Weihnachtsfeier mit den paar Studenten, die über Weihnachten geblieben sind. Es gab ein sehr internationales Essen, ein wenig englisch, ein wenig indisch, mit ein bisschen deutsch und etwas arabisch. Aber orientiert wurde sich an dem französischen Ablauf eines Essens, das heißt, der Käse hat natürlich nicht gefehlt. Und gewichtelt wurde auch noch.  

Und da wir schonmal in den französischen Alpen waren, wollte ich natürlich auch unbedingt Schnee sehen! In Grenoble selbst hatten wir leider sehr deutsches Wetter und somit fuhren wir mit dem Bus etwas höher in die Berge, bis wir in Lans-en-Vercors ankamen. Da war die Landschaft von einer dicken Schneedecke überzogen. Es war wunderschön. 









Nach diesem schönen Urlaub in den Bergen haben uns Johanna und Christoph mit nach Montpellier begleitet, wo wir zusammen Silvester gefeiert haben. Daniel, ein Freund von Ute und mir, hat mit uns gefeiert und zwei Freunde mitgebracht. Auf das neue Jahr haben wir dann an einem Ort, der aus rechtlichen Gründen leider geheim gehalten werden muss (wir dürfen es einfach nicht ausplaudern, weil wir dann Ärger am Hals hätten, ich sag nur über den Dächern von Montpellier), mit Cidre angestoßen, weil wir leider keinen Sekt gefunden hatten und dazu haben wir Wunderkerzen angezündet. Das Feuerwerk an Silvester ist hier in Frankreich nämlich leider verboten. Aber Wunderkerzen waren auch ganz schön. Tja, es war halt ziemlich unspektakulär, aber dennoch schön und ein sehr lustiger Abend. 

An die Arbeit geht es wohl erst nächste Woche wieder, denn wegen Ferien läuft hier in der Gemeinde mal wieder gar nichts und so habe ich schön Urlaub. 

Haltet eure Vorsätze schön ein und ich hoffe, dass sich eure Wünsche für dieses Jahr erfüllen!

Liebe Grüße,
Lea