Donnerstag, 10. April 2014

Prof d'anglais

Wie ihr ja wisst arbeite ich hier ja auch beim soutien scolaire, also bei der Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe. Bisher war ich bei den Kindern der école primaire (Grundschule) und habe mich hauptsächlich um das Fach Mathe gekümmert. Auch wenn es um Grundschulstoff ging, war es manchmal doch schon eine Herausforderung, weil sie teilweise andere Rechenwege haben und diese anders aufschreiben als wir in Deutschland, wo man dann erstmal durchblicken und sich dran gewöhnen muss. Andereseits war es auch eine gute Auffrischung der Kopfrechenfertigkeiten!

Nach einem halben Jahr wollte Ute und ich jetzt aber mal ein anderes Fach ausprobieren. Ich hatte, um ehrlich zu sein, auch einfach keine Lust mehr auf Mathe. Wer mich kennt weiß, dass ich Mathe hasse. Jedenfalls haben wir gestern mit Englisch angefangen. Jetzt sind wir die neuen profs d'anglais! Wir geben jetzt einem Jungen und einem Mädchen aus der seconde (= 10. Klasse) Nachhilfe. Vorher hatte ich schon Sorge, dass ich den beiden vielleicht nicht wirklich was beibringen kann, da ich davon ausgegangen bin, dass sie ja in der Oberstufe sind und Analysen schreiben und so. Hinzu kam, dass ich jetzt ja schon über ein halbes Jahr kein bisschen Englisch mehr gemacht habe und nicht sicher war, ob meine Kenntnisse ausreichend dafür sind. Tja, wieso habe ich mir überhaupt Sorgen gemacht?! Es kam jedenfalls ganz anders als erwartet. Der Junge ist jedenfalls auf dem Niveau, dass wir mit ihm alle Grundlagen wiederholen müssen, d.h. die einfachste Grammatik und Vokabeln. Ich war wirklich überrascht, dass wir bei ihm von ganz vorne anfangen müssen. Aber das ist in Frankreich, glaube ich, gar nicht so selten. Ich möchte das jetzt nicht verallgemeinern, aber mir ist schon aufgefallen, dass viele Franzosen eher schlecht in Englisch sind. Ob das am Unterricht liegt oder an ihrer Einstellung, dass sie ihre Sprache wahren wollen und nicht die ganzen Anglizismen übernehmen wollen, weiß ich nicht. Besonders witzig ist es aber, dass wir auf Englisch einige Verständigungsschwierigkeiten mit dem Jungen haben. Nicht, weil er nur einen geringen Wortschatz hat (okay, das auch), sondern vor allem, weil wir einen ganz anderen Akzent im Englischen haben als die Franzsosen. In Frankreich versucht man nämlich immer alles französisch auszusprechen, auch Fremdsprachen. So hat er uns manchmal nicht verstanden, woraufhin Ute und ich immer überlegt haben, wie man das wohl mit französischem Akzent aussprechen würde.

Ich freue mich jedenfalls sehr, dass wir nun Englischnachhilfe geben dürfen und bin mal gespannt, wieviel wir den beiden Jugendlichen mitgeben können.
Dieses Poster habe ich übrigens letztes Jahr mal in einer unserer Kirchen entdeckt. Es hat mir irgendwie gefallen und es ist schon wahr, was darauf steht. Deshalb möchte ich es gerne mit euch teilen.

Übersetzung:                                      Dein Christ ein Jude
                                                              Dein Auto japanisch
                                                              Deine Pizza italienisch
                                                              Deine Demokratie griechisch
                                                              Dein Kaffee brasilianisch
                                                              Deine Ferien türkisch
                                                              Deine Zahlen arabisch
                                                              Deine Schrift lateinisch
                                                              Und dein Nachbar nur ein Ausländer?


Ich schicke euch ganz viel Sonne und Wärme! Liebe Grüße :)


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