Bonjour liebe Leser!
Eine ereignisreiche Woche mit einem vollen Wochenende habe ich nun hinter mir. Samstag war in Jacou ein Taizé-Treffen. Dazu sind die über 100 Besucher, vorwiegend Jugendliche, einmal um den Lac de Crès und anschließend zum Centre oecumenique gewandert. Weil es an dem Tag ziemlich kalt und windig war, wurde alle dann mit Tee und pain épice (Gewürzbrot) empfangen. Ute und ich sind um 15 Uhr direkt ins Centre gefahren, um bei den Vorbereitungen mitzuhelfen.
Dann gab es eine Begrüßung, Bekanntmachungen der nächsten Termine und zwei junge Männer, die seit einem Jahr mit einem Tandem durch Frankreich touren, haben von ihren Erlebnissen erzählt. Und dann war unsere biblische Animation dran. Wir haben mit Gruppen von 10-15 Leuten eine Schweigediskussion zu der Frage von Jesus: "Et vous, qui pensez-vous que je suis?" gemacht. Meine Gruppe bestand leider aus noch ziemlich jungen Jugendlichen, die wenig kreativ und nicht sehr aktiv waren. Somit kam bei der Diskussion leider nicht viel herum, was sehr schade war.
Später hat der Priester Stan Rougier jede Menge Fragen der Jugendlichen beantwortet, was wirklich sehr amüsant war, weil er eine sehr lustige Art hat. Nach einem gemeinsamen Essen gab es dann endlich den Taizé-Gottesdienst. Es wurde fast nur gesungen, was, wie mir Ute erklärte, normal für ein Taizé-Gebet sei. Ute und ich haben einen Psalm vorgelesen und es gab noch andere kurze Beiträge. Aber insgesamt hat mir das Gebet nicht so gut gefallen. Mir ist das zu steif. Es ist die ganze Zeit richtig still und es wird einfach nur gesungen; kein Pfarrer oder so geht auf die Gemeinde ein. Das gefällt mir nicht so gut und ich mag es lieber, wenn so ein Gottesdienst lockerer abläuft und ab und zu ein Witz gemacht wird, wie das hier in Montpellier in den normalen Gottesdiensten oder auch bei mir zu Hause in Deutschland in der Gemeinde der Fall ist. Aber es war auf jeden Fall spannend, mal miterlebt zu haben, wie so ein Taizé-Gebet abläuft.
Was mich allerdings sehr gewundert hat, ist, dass es die erste ökumenische Veranstaltung für Jugendliche dort war. Denn schließlich handelt es sich um ein ökumenisches Zentrum.
Sonntag Morgen hatte ich wieder école biblique à la Margelle. Diesmal waren sogar alle fünf Kinder da. So macht es richtig viel Spaß mit ihnen zu arbeiten. Titia, die Pfarrerin dort, hat mir erzählt, dass die drei Geschwisterkinder Axel, Nils und Alix nach der letzten séance wohl total euphorisch und begeistert waren und ihren Eltern alles haarklein erzählt hätten. Das hat mich sehr gefreut, dass Nathalies und meine Ideen anscheinend so gut ankommen und die Kinder gerne wiederkommen. Diesen Sonntag gab es noch ein gemeinsames Essen anschließen im Temple (so wird hier die Kirche genannt). Es ist jedes Mal wieder spannend, mit wem man sich dieses Mal unterhält. Da Ute und ich ja so viele verschiedene Sachen in der Kirche machen, kennt uns so gut wie jeder und man wird ständig von neuen Leuten angesprochen. Ist aber auch wirklich schön, denn so habe ich wirklich das Gefühl dazu zu gehören und man lernt ständig viele neue Leute kennen.
Abends war ich wieder beim Eishockey. Das erste Mal ganz allein. Und es war genauso schön wie immer! Diesmal haben wir gelernt, wie man den Puck so schießt, dass er nicht über das Eis gleitet, sondern in einem Bogen fliegt. Das war gar nicht so leicht. Jedes Mal komme ich mit einem Lächeln vom Training, denn ich liebe es einfach dort hin zu gehen!
Freitag Vormittag waren Ute und ich in der Eishalle Schlittschuhlaufen. Das war echt super, weil wir fast alleine in der Halle waren und so ganz in Ruhe alles Mögliche üben und ausprobieren konnten.
Mittwoch hatte Ute ihr erstes Konzert mit ihrem Gospelchor! Zuerst war eine Gruppe dran, die traditionelle Lieder auf Occitanisch gesungen haben. Das ging in Richtung Operngesang und hat mir nicht so gut gefallen. Danach war eine kleine Band dran, die südamerikanische Musik gemacht hat. Das war echt schön. Anschließend gab es noch eine etwas verstörende Ausdruckstanzvorstellung, während der ein Mann eine merkwürdige Geschichte erzählt hat. Damit konnte ich irgendwie nicht viel anfangen und wusste nicht recht, was ich davon halten sollte. Und dann war ENDLICH Ute mit ihrem Chor dran. Das war ein sehr schöner Auftritt, wenn auch leicht chaotisch. Es war anscheinend nur die Hälfte des Chores dabei und sie haben erst eine Stunde vor dem Konzert festgelegt, wer die Soli singen soll. Aber es hat richtig Spaß gemacht zuzuhören, denn ihr Chorleiter ist ein ganz schräger Vogel und richtig witzig drauf.
Gestern hatten wir eine Besprechung für den Radiosender unserer Kirchengemeinde. Es gibt momentan nämlich zu wenig Mitarbeiter, weshalb Ute und ich jetzt auch eingespannt werden. Im Frühjahr werden wir eine halbstündige Sendung über das Skicamp und eine über die anderen französischen FFD-Volontäre produzieren. Darauf freue ich mich schon riesig!
| Place de la Comédie |
Ich wünsche euch allen eine tolle Woche, einen gemütlichen Start in die Vorweihnachtszeit und drücke euch ganz fest!
Eure Lea

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